Obama würdigt "D-Day" als Wendepunkt:
US-Präsident stattet Normandie Besuch ab
- "Alliierte" durch Sarkozy, Brown & Harper vertreten
- Obama besuchte amerikanischen Soldatenfriedhof

US-Präsident Barack Obama hat die Landung der Alliierten in Normandie als bedeutenden Wendepunkt in der Geschichte des 20. Jahrhunderts gewürdigt. Zum 65. Jahrestag des sogenannten "D-Day" lobte er die Opfer der beteiligten Soldaten als selbstlosen Beitrag zum Triumph der Freiheit. Auf dem amerikanischen Soldatenfriedhof Colleville-sur-Mer legten er und seine Frau Michelle einen Kranz nieder.
"Auch wenn wir Anwesenden schon lange nicht mehr auf dieser Erde weilen, auch wenn niemand mehr die Helden treffen kann, die heute vor uns sitzen, dann wird ein Wort die Männer und Frauen auf der Welt immer noch mit Stolz und Ehrfurcht erfüllen: D-Day", sagte Obama in seiner Rede auf dem Friedhof, auf dem rund 9.300 US-Soldaten beerdigt sind.
Obama würdigte in seiner Rede auf dem Soldatenfriedhof über dem Atlantikstrand den Kampf gegen "das böse Nazi-Regime". Er sagte, die Veteranen erinnerten daran, dass die Zukunft nicht vom puren Zufall oder den Umständen gestaltet werde. "Unsere Geschichte war immer das Ergebnis von Entscheidungen und Handlungen, die von jedem einzelnen Mann und jeder einzelnen Frau getroffen wurden."
Hoher Besuch
An der Feier nahmen neben Obama und dem französischen Staatspräsidenten Nicolas Sarkozy auch der britische Premierminister Gordon Brown, der britische Thronfolger Prinz Charles sowie der kanadische Regierungschef Stephen Harper teil. Kriegsveteranen waren ebenfalls vertreten.
"Freunde und Veteranen, was wir nicht vergessen können, was wir nicht vergessen dürfen, ist, dass der D-Day ein Zeitpunkt und Ort war, wo die Tapferkeit und Selbstlosigkeit einiger weniger den Lauf eines gesamten Jahrhunderts zu ändern vermochte", sagte Obama. "Die bloße Unwahrscheinlichkeit dieses Sieges ist Teil dessen, was den D-Day so denkwürdig macht." Der Tag markiere aber auch den Beginn einer neuen Ära von Sicherheit und Wohlstand dank der transatlantischen Allianz.
Obama wies darauf hin, dass sein Großvater Stanley Dunham sechs Wochen nach der alliierten Landung in die Normandie gekommen und dann mit Generalleutnant George Patton im Feldzug gegen die deutschen Nationalsozialisten durch Frankreich gezogen sei. An der Seite Obamas stand während der Feierlichkeiten auch sein Großonkel Charles Payne, der Befreiung des Konzentrationslagers Buchenwald bei Weimar beteiligt war. Dieses hatte Obama am Freitag besucht.
Gespräch Obamas mit Sarkozy
In der Stadt Caen kamen Obama und Sarkozy zu einem Gespräch zusammen, bei dem Obama stärkere Friedensbemühungen im Nahen Osten forderte. "Wir müssen aus der derzeitigen Sackgasse rauskommen", sagte Obama in Hinblick auf den Nahost-Konflikt. "Ich erwarte nicht, dass ein 60 Jahre altes Problem über Nacht gelöst wird. Aber wie ich schon zuvor gesagt habe: Ich erwarte von beiden Seiten eine Anerkennung, dass ihre Schicksale zusammenhängen."
Sarkozy und sein Gast warnten zudem vor einem Iran mit Atomwaffen. Es wäre "äußerst gefährlich", wenn die Islamische Republik sich Atombomben zulegen würde, sagte der US-Präsident. Der Iran habe durchaus das Recht, Kernkraft zu zivilen Zwecken zu nutzen, sagte Sarkozy. Zu militärischen Zwecken stehe sie dem Land nicht zu.
Auch Nordkorea ein Thema
Auch über Nordkorea sprachen die beiden Staatschefs. Obama nannte die Atomwaffentests des kommunistisch geführten Landes "außerordentlich provokativ" und fand scharfe Worte an Pjöngjang: Es solle nicht angenommen werden, dass Nordkorea ständig die Region destabilisieren könne und "wir einfach nur wie gehabt reagieren", sagte Obama. "Wir haben nicht vor, eine Politik fortzusetzen, die Provokation belohnt."
Der US-Präsident war nach seinem kurzen Besuch in Deutschland am Freitagabend in Frankreich eingetroffen. Am Sonntag wollte er zurück in die USA fliegen.
(apa/red)
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