"Amerika ist nicht im Krieg mit dem Islam":
Barack Obama reicht Muslimen seine Hand
- "Der Extremismus muss weiter bekämpft werden"
- US-Präsident warnte vor negativen Stereotypen
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US-Präsident Barack Obama hat sich in einer Grundsatzrede an der Universität Kairo für einen Neuanfang im Verhältnis zum Islam ausgesprochen. Der Kreislauf der Verdächtigungen und der Zwietracht zwischen Amerikanern und Muslimen müsse beendet werden, forderte Obama. Der Neubeginn in den Beziehungen könne allerdings nicht über Nacht erfolgen, sondern brauche seine Zeit. Gleichzeitig fand Obama deutlich Worte für die Lage im Nahen Osten.
Er werde gegen negative Vorurteile gegenüber dem Islam kämpfen, wo immer er sie antreffe, versprach Obama. Das Gleiche müsse aber auch für die Beurteilung der USA in der muslimischen Welt gelten. Dem Iran sprach Obama das Recht auf die friedliche Nutzung der Atomenergie zu, solange dieser sich an den Atomwaffensperrvertrag halte.
Mit Blick auf die Bemühungen um einen Frieden zwischen Israelis und Palästinensern sagte der Präsident, er werde sich persönlich für eine Zwei-Staaten-Lösung einsetzen. Er bekräftigte, dass die Bindungen der USA an Israel "unzerstörbar" seien. Die Lage der Palästinenser sei jedoch "unerträglich" und erfordere dringend eine Lösung. Die Palästinenser müssten auf Gewalt verzichten und die radikal-islamische Hamas müsse das Existenzrecht Israels anerkennen, sagte Obama. Israel müsse jedoch auch das "Existenzrecht Palästinas" anerkennen. Erneut forderte Obama Israel auf, den Bau jüdischer Siedlungen im Westjordanland zu stoppen.
Extremismus weiter bekämpfen
Islamische Extremisten hätten Spannungen missbraucht, um den Islam und den Westen gegeneinander in Stellung zu bringen. Diese stünden sich jedoch nicht feindlich gegenüber, betonte Obama. Der Extremismus in der Welt müsse weiter bekämpft werden. "Der Islam ist nicht Teil des Problems bei der Bekämpfung gewalttätiger Extremisten", sagte Obama. Vielmehr sei der Islam ein wichtiges Element bei der Förderung des Friedens.
"Amerika befindet sich nicht im Krieg gegen den Islam und wird dies auch niemals sein", betonte Obama. Der Westen und die muslimische Welt müssten vielmehr gemeinsam gegen gewaltbereite Islamisten vorgehen. Die Lage in Afghanistan und die Ausbreitung der Extremistenorganisation Al-Kaida in andere Regionen der Welt zeige, wie wichtig dies sei. "Wir wollen unsere Truppen nicht in Afghanistan behalten. Wir streben keine dauerhaften Militärstützpunkte dort an", sagte Obama.
Lob und Kritik
Die Organisation der Islamischen Konferenz (OIC) hat die Rede von US-Präsident Barack Obama in den höchsten Tönen gelobt. OIC-Generalsekretär Ekmeleddin Ihsanoglu, der dem Vortrag Obamas in der Kairo-Universität zugehört hatte, sagte: "Es ist das erste Mal in der Geschichte der Vereinigten Staaten, dass ein amerikanischer Präsident eine derartige Rede hält."
Die Worte Obamas seien sehr konstruktiv gewesen. Die OIC sei darüberhinaus erfreut gewesen, dass der US- Präsident in der Rede auch die Rolle erwähnt habe, die ihre Organisation in verschiedenen internationalen Projekten spiele. Ihsanoglu, der aus der Türkei stammt, sagte, er hoffe, dass diese Rede "neue Gesprächskanäle" öffnen werde.
Lob und Kritik gab es in den Vereinigten Staaten für die Rede von Obama: Während der einflussreiche demokratische Senator John Kerry von einer "beeindruckenden Bestätigung der amerikanischen Ideale" sprach, sahen Neokonservative eine "Kapitulation Obamas". Die "unverblümte und ehrliche Ansprache" sei ein "wichtiges Signal für eine neue Ära der Verständigung" mit der islamischen Welt, schrieb Kerry, der Vorsitzender des außenpolitischen Ausschusses im Senat ist.
(apa/red)
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