Airbus weiterhin im Atlantik verschollen: Gefundene Teile gehören nicht zur Maschine
- Suche trotz schlechter Wetterbedingungen fortgesetzt
- Experten: Jet hatte vermutlich Probleme mit Tempo

·Air France-Absturz: Einschlag nicht schuld
Experten: Blitze sind als Ursache unwahrscheinlich
·Maschine über dem Atlantik verschwunden
Chronik des Flugs AF 447:
Zeitablauf des Unglücks
·Mehrere Leichen aus dem Atlantik geborgen
VIDEO: Auch Wrackteile der Air France gefunden
·GRAFIK: Absturzstelle
des Air-France-Jets
Wrackteile nahe Fernando
de Noronha gesichtet
·Suche dauert oft Tage oder Wochen
Verschollene Flugzeuge: Eine Reihe ähnlicher Fälle
·Die verheerendsten Flugzeugunglücke
Weltweit gibt es jedes Jahr Hunderte von Toten
·Wissenswertes rund um den Airbus A330
Flieger kann von Paris nonstop bis Singapur
Vier Tage nach dem Absturz eines Passagierflugzeugs der Air France fehlt von dem Wrack noch immer jede Spur. Mehrere von der brasilianischen Marine im Atlantik geborgene Teile stammten nach Armeeangaben nicht von dem Airbus. Derweil verdichteten sich Hinweise auf technische Probleme der Maschine. Ersten französischen Analysen zufolge waren die Geschwindigkeitsmessungen "unstimmig".
Wenige Stunde nach seiner Mitteilung, dass die Marine erste Trümmer des verunglückten Airbus A330 aus dem Wasser geholt habe, musste Luftwaffensprecher Ramon Cardoso wieder zurückrudern. "Bisher ist kein einziges Teil des Flugzeugs geborgen worden", sagte Cardoso. Bei den aufgesammelten Teilen handle es sich um ganz normalen Meeresmüll - eine aus dem Wasser gefischte Palette beispielsweise könne unmöglich von dem Katastrophenflugzeug stammen, weil dieses keine Holzpaletten an Bord gehabt habe. Eine auf dem Meer gesichtete Treibstoffspur sei aus Öl und müsse deshalb von einem Schiff stammen.
Suche nach Flugschreibern geht weiter
Frankreichs Verkehrsstaatssekretär Dominique Bussereau zeigte sich von der "schlechten Nachricht" enttäuscht. Er wolle aber Brasilien nicht kritisieren; schließlich helfe es "großherzig" und trauere selbst, sagte Bussereau im Radiosender RTL. "Die Zeit spielt gegen uns," betonte er. Das Wichtigste sei nun, die beiden Flugschreiber der A330 zu finden. Dazu müsse das Suchgebiet "sicherlich" wieder ausgeweitet werden, sagte der Staatssekretär. Das vermutete Absturzgebiet liegt rund eintausend Kilometer nordöstlich der brasilianischen Küste im Atlantischen Ozean.
Zu langsam geflogen?
Laut der französischen Luftfahrtermittlungsbehörde BEA deuten die von dem Airbus zuletzt abgesetzten automatischen Meldungen doch auf ein Geschwindigkeitsproblem hin. Das Tempo eines Flugzeuges werde mehrfach gemessen, bei der abgestürzten Air-France-Maschine aber hätten die übertragenen Messdaten nicht zusammengepasst. Die Behörde sprach von einer "Inkohärenz", warnte aber zugleich vor voreiligen Schlüssen und Spekulationen. Die französische Zeitung "Le Monde" hatte am Vortag berichtet, die Maschine sei möglicherweise zu langsam durch eine Unwetterzone geflogen. Sowohl Airbus als auch die Ermittlungsbehörde BEA hatten den Bericht zurückgewiesen.
Der Airbus war in der Nacht auf dem Flug von Brasilien nach Frankreich über dem offenen Meer abgestürzt. An Bord waren 228 Menschen, darunter eine Tirolerin. Zahlreiche Hinterbliebene nahmen am Donnerstag an einer Trauerfeier in der Kathedrale von Rio de Janeiro teil. An dem von christlichen, jüdischen und muslimischen Geistlichen gehaltenen Gottesdienst nahmen auch Frankreichs Außenminister Bernard Kouchner und sein brasilianischer Kollege Celso Amorim teil.
Aufschluss über die Katastrophe können nur die Flugschreiber geben. Sie liegen aber in mehreren tausend Metern Tiefe im Ozean und werden nach Einschätzung der BEA schwerlich zu finden sein. (apa/red)
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