Sonntag, 7. Juni 2009

Großer Applaus für Hans-Peter Martin:
'Drei Hechte können mehr machen als einer'

  • Will sich um EU-Budget-Umschichtung "kümmern"
  • Möchte in den Wirtschafts- und Kulturausschuss

Mit großem Applaus wurde Hans-Peter Martin bei seiner Wahlfeier kurz vor 17 Uhr von einer kleinen Gruppe von 30 Anhängern empfangen. Er freute sich, dass er "überraschend viel Zuspruche" bekommen habe: "Drei Hechte können mehr machen als einer."

Martin kündigte an, sich um eine Umschichtung des EU-Budgets zu "kümmern", indem er international öffentlichen Druck ausüben werde. Für die Arbeit seiner Liste in Brüssel zeigte Martin sich "optimistisch, dass wir eine Fraktion der Vielfalt schaffen können". Prinzipiell halte er den Fraktionsgedanken jedoch für "völlig überzogen. Er habe als freier Mandatar mehr Zugang zu Berichten bekommen als zu seiner Zeit in der SPÖ. Martin kündigte an, in den Wirtschaftsausschuss und den Kulturausschuss gehen zu wollen, weil man gerade mit Jugendlichen viel arbeiten muss.

Martin Ehrenhauser, der in den vergangenen drei Jahren Martins Büroleiter war und als Listen-Vierter angetreten war, wird das zweite Mandat der Liste übernehmen. Ehrenhauser betonte gegenüber der APA er werde sich ganz speziell auf die Neutralität Österreichs konzentrieren, da er der "festen Überzeugung sei", dass diese in Gefahr sei. Auch die Jugend- und Lehrlingspolitik sei ihm als gelernter Koch ein besonderes Anliegen. Das dritte Mandat geht laut Martin an den ursprünglich Listen-Zweiten Robert Sabitzer.

Martin dankte den Wählern, dass sie ihm trotz der "Techtelmelchtel in den Medien" ihre Stimme gegeben hätten. Die österreichische Politik warnte er eindringlich davor, dass es aufgrund der "verkrusteten Parteistrukturen" bei den kommenden Wahlen einen massiven Rechtsruck geben könnte. Das Abschneiden seiner Liste sei allerdings eine "Ermunterung, etwas gegen die verknöcherten Parteistrukturen zu versuchen".

(apa/red)

7.6.2009 20:01