Grabesstimmung in der SPÖ-Parteizentrale:
Kräuter und Swoboda die einzigen "Promis"
- Bundeskanzler Faymann verzichtet auf einen Besuch
- Von personellen Konsequenzen war nicht die Rede

In der SPÖ-Zentrale in der Löwelstraße herrschte am Wahlsonntag angesichts des Wahldebakels Grabesstimmung. Es ließen sich auch keine Parteiprominenten in der Löwelstraße blicken. Bundesgeschäftsführer Günther Kräuter musste bis zum späten Nachmittag alleine die Stellung halten, bis dann gegen 17.30 Uhr auch Spitzenkandidat Hannes Swoboda den Weg in die Parteizentrale gefunden hatte.
Die herben Verluste für die SPÖ hatten sich schon bei den ersten Hochrechnungen am frühen Nachmittag abgezeichnet - und die Hoffnung, dass sich diese im Laufe des Nachmittags noch verringern, blieb unerfüllt. Damit war dann auch bald klar, dass Parteichef Werner Faymann wahrscheinlich nicht mehr vorbeischauen dürfte. Bei der Fernseh-live Einschaltung blieb auch der gewohnte Applaus aus. Kräuter, der von einer schweren und schmerzlichen Niederlage sprach, erntete einzig für seine Kritik an der FPÖ Beifall.
Auf detailliertere Analysen zum Wahlausgang wollte man sich in der SPÖ-Zentrale noch nicht einlassen. Nachdem Kräuter zunächst die Attacken gegen die FPÖ als möglichen Grund ausgemacht hatte, schwenkte man verstärkt auf die Argumentation um, es sei schwierig gewesen, sich gleichzeitig kritisch und konstruktiv zu positionieren.
Von personellen Konsequenzen wollten weder Kräuter noch Swoboda etwas wissen. Es sollten Konsequenzen gezogen werden, allerdings "sachliche", so Swoboda, Davonlaufen sei keine Lösung. Sie wollten auch keinen Zusammenhang mit der scharfen Kritik des steirischen Landeshauptmanns Franz Voves an Faymann erkennen. Für Kräuter standen die Aussagen Voves' nicht in Zusammenhang mit der Wahl. Und Swoboda meinte angesichts des Ergebnisses, so sehr dürfte sich die SPÖ doch nicht angebiedert haben (an die "Kronen-Zeitung", Anm.). Auswirkungen der EU-Wahl auf die kommenden Landtagswahlen wollte Kräuter keine sehen.
(apa/red)
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