Und zum Abschluss noch wilde Rhetorik:
SPÖ geht mit Kontrahenten hart ins Gericht
- Häupl, Faymann und Swoboda kritisieren die FPÖ
- Mitschuld der ÖVP an der weltweiten Wirtschaftskrise

Die SPÖ hat Freitagabend ihren EU-Wahlkampf abgeschlossen. Bei der Veranstaltung in einem Festzelt vor der Parteizentrale dominierten Angriffe gegen die Freiheitlichen. Am deftigsten äußerte sich Wiens Bürgermeister Michael Häupl, der meinte, FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache müsse sich den Vorwurf gefallen lassen, Sprache und Methodik der Nazis anzuwenden.
Auch EU-Spitzenkandidat Hannes Swoboda sparte nicht mit Angriffen gegen die FPÖ. Deren Parolen würden zu Chaos und Instabilität führen. Er habe keinen einzigen FPÖ-Politiker gesehen, der Probleme löse, aber viele, die Probleme schaffen würden. Kritik gab es in diesem Zusammenhang auch an der Haltung der ÖVP, die sich die schwarz-blaue Option offen halten wolle und trotz aller Ausritte der Freiheitlichen bei einer "Wischi-Waschi"-Politik bleibe.
"Diese FPÖ braucht niemand"
Bundeskanzler Werner Faymann rief den gut tausend Gästen der Abschlussveranstaltung zu, die Holocaust-Leugner müssten damit rechnen, dass die Sozialdemokratie wisse, dass man den Anfängen wehren müsse: "Diese FPÖ braucht niemand", meinte Faymann und verurteilte noch einmal, dass die Freiheitlichen versuchten gegen Israel und den Islam Hass zu schüren.
Bürgermeister Häupl attackierte die FPÖ besonders scharf und sah bei den Freiheitlichen nur Destruktion und Zerstörung. Bezogen auf den FP-Slogan "Abendland in Christenhand" meinte Häupl: "Wien ja nicht in Deppen-Hand."
ÖVP mitschuldig an Wirtschaftskrise
Während die anderen Parteien wie BZÖ, Grüne und Liste Martin während der gesamten Veranstaltung überhaupt nicht erwähnt wurden, bekam der Koalitionspartner ÖVP durchaus sein Fett ab. Swoboda hielt der Volkspartei eine neoliberale Politik vor, durch die man eine Mitschuld an der weltweiten Wirtschaftskrise trage. Häupl spottete über zuletzt getätigte Aussagen von der ÖVP-Spitze, wonach diese gegen rechte Neoliberale sei: "Soviel Selbstkritik habe ich überhaupt noch nicht gehört."
Angesichts der mannigfaltigen Angriffe auf Freiheitliche und Volkspartei gingen die inhaltlichen Positionierungen der SPÖ beinahe unter. Swoboda und die Listenzweite Evelyn Regner mühten sich immerhin redlich, die SPÖ als Garanten für soziale Sicherheit und soziale Gerechtigkeit darzustellen. Neuerlich unterstrichen wurde vom Spitzenkandidaten auch sein Nein zum türkischen EU-Beitritt.
Unter den gut tausend Besuchern fand sich ein Großteil der roten Regierungsriege. Auch Altkanzler Franz Vranitzky, ÖGB-Präsident Erich Foglar, Arbeiterkammerchef Herbert Tumpel sowie Pensionistenchef Karl Blecha waren im Publikum. Für die musikalische Unterhaltung sorgte die portugiesische Sängerin Sandra Pieres. Die Moderation übernahm der frühere TV-Moderator und Abgeordnete Josef Broukal.
(apa/red)
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