Samstag, 6. Juni 2009

EU-Wahl startet mit Rechtsruck in Holland:
'Partei für Freiheit' wird zweitstärkste Kraft

  • Islam-Kritiker Geert Wilders bekommt 25 Mandate
  • Mölzer will gemeinsame Kooperation im EU-Parlament
    Ergebnisverkündung entgegen EU-Bestimmungen

Zum Auftakt der Europawahl hat die Anti-Islam-Partei in den Niederlanden einen Sieg verbucht. Die rechtspopulistische Freiheitspartei (PVV) von Geert Wilders wurde laut einer Prognose des niederländischen Fernsehsenders NOS zweitstärkste politische Kraft des Landes. Niederländer und Briten waren die ersten Wähler in Europa, die über das neue Parlament in Straßburg entschieden.

Die PVV kommt der Prognose zufolge auf gut 15 Prozent der Stimmen und schickt vier Abgeordnete nach Straßburg. Die Christdemokraten von Regierungschef Jan Peter Balkenende erreichen knapp 20 Prozent. Insgesamt sind die Niederlande mit 25 Mandataren im EU-Parlament vertreten.

Vor jubelnden Anhängern sagte Wilders, der Erfolg seiner Freiheitspartei sei ein Votum gegen einen EU-Beitritt der Türkei, gegen die immer größer und teurer werdende EU und gegen die niederländische Regierung aus Christ- und Sozialdemokraten. Nach seiner Stimmabgabe hatte Wilders erklärt, die Türkei sollte auch "in Millionen Jahren" kein Mitglied der EU werden. Zugleich wandte er sich gegen jede Mitwirkung der EU an der Einwanderungspolitik der Mitgliedsländer.

Gegen Wilders wurde in den Niederlanden bereits wegen Volksverhetzung ermittelt. 2007 hatte er erklärt, der Koran sollte ebenso wie Adolf Hitlers "Mein Kampf" verboten werden, weil beide Bücher Abschnitte enthielten, die im Widerspruch zu westlichen Werten stünden. Sein zehnminütiges islamkritisches Video "Fitna", das nach einem Boykott durch niederländische Fernsehanstalten im Internet veröffentlicht worden war, sorgte im März 2008 weltweit für Aufsehen und für Empörung in der muslimischen Welt.

Mölzer will Kooperation
FPÖ-Spitzenkandidat Mölzer kann sich eine Zusammenarbeit mit der rechtspopulistischen Partei PVV des Niederländers Geert Wilders im EU-Parlament vorstellen. "Natürlich sind das potenzielle Partner", sagte er der APA. Die PVV wurde bei der EU-Wahl in den Niederlanden mit rund 15 Prozent zweitstärkste Partei. Allerdings sei Wilders sich wohl noch nicht sicher, mit wem er kooperieren könne.

Denn er sei ja neu auf der europäischen Bühne, so der Freiheitliche. "Ich höre, dass er vorläufig eher fraktionslos bleiben will", so Mölzer. Über die Dänische Volkspartei gebe es aber bereits Kontakt zur PVV. Generell stellt Mölzer fest, "dass offenbar quer durch Europa patriotische, rechtsdemokratische Parteien Erfolg haben. Es gibt einen Trend, und ich gehe davon aus, dass er sich in Österreich fortsetzen wird".

Veröffentlichung der Ergebnisse kritisiert
Die EU-Kommission hat unterdessen die vorzeitige Veröffentlichung von Ergebnissen der Europa-Wahlen in den Niederlanden kritisiert und fordert "Klarheit" von der Regierung in Den Haag. Es gebe jedenfalls ein klares europäisches Regelwerk, wonach alle Mitgliedsstaaten akzeptieren, dass keine Ergebnisse vor dem Wahlschluss in der ganzen EU am Sonntag um 22.00 Uhr veröffentlicht werden, sagte ein Sprecher der Kommission.

In Großbritannien, wo ebenfalls schon gewählt wurde, kann die rechtsextreme British National Party (BNP) erstmals mit einem Sitz im Europaparlament rechnen. Auch die europafeindliche United Kingdom Independence Party könnte von dem wachsenden Ärger über Wirtschaftskrise und überzogene Spesenabrechnungen von Unterhaus-Abgeordneten profitieren.
(apa/red)

6.6.2009 08:38
RoterVetliner, 05. 06. '09 15:41
Gegendarstellung - Ersuchen um Genauigkeit
An den Verfasser des Artikels mit dem Ersuchen um inhaltliche Genauigkeit: Es werden 784 und nicht 736 Abgeordnete zum Europäischen Parlament gewählt, davon 27 aus den Niederlanden und nicht 25 wie im Beitrag angegeben. Dadurch relativiert sich auch der Prozentsatz des Wähleranteiles der PVV.

http://www.europarl.europa.eu/elections2009/countries/default.htm?language=DE
Vasant, 05. 06. '09 12:27
Arme EU!
Sichtlich ist Österreich wohl doch nicht das einzige
Land, dass an den Zahlungen nach Brüssel zweifelt;)

Aber die Krise kam auch nicht von heute auf morgen,
sondern seit es die EU gibt, hatten es viele Manager
sehr einfach sich selbst für Verluste mit Provisionen
auszustatten und den Weg dafür hat eindeutig die EU
aufbereitet.

Anstatt das alles billiger wurde, ist alles teurer geworden
und alle Länder durften Millionen und Milliarden über die
Jahre nach Brüssel zahlen und jeder Politiker war dann
plötzlich ganz geil (auch Herr Schüssel damals) ein EU
Politiker zu werden. Kein Wunder, bei den Einnahmen
die nach Brüssel gingen war wohl klar, dass man dort
mehr verdient, als Politiker im eigenen Land!

Jetzt sind wir in einer Krise und da sollte KEIN Cent
nach Brüssel mehr gehen!
RoterVetliner, 05. 06. '09 15:42
Re: Arme EU!
Selten so einen verworren Beitrag gelesen. Was hat eine islamkritische Einstellung mit einer generellen EU Ablehnung zu tun? Außer man ist nur in der Lage in sehr, sehr einfachen Denkmustern und in Reimsprüche wie "Abendland in Christenhand" zu denken. Was haben die Gehälter von Managern mit der EU zu. Es gibt keine EU-Richtlinie über Mindestlöhne von Managern. Das sind hausgemachte österreichische Probleme, unter anderem der ÖIAG, der alten ÖVP/FPÖ Regierung, sowie des ehemaligen Finanzministers Grasser, der auch als MIP/Meinl Fond Manager mit von der Partie war. Die Preise in Österreich, insbesondere der Lebensmittelpreise, liegen generell über dem Durchschnitt der anderen EU-Mitgliedsstaaten. Hauptsächlich bedingt durch die Dominanz der drei österreichischen Lebensmittelkonzerne.
RoterVetliner, 05. 06. '09 15:54
Ist ein Staatsbankrott besser als eine EU MItgliedschaft?
Also "…kein Cent nach Brüssel" - Gut dann gibt es eben z.B. auch keine EU-Unterstützung und Zusage für Österreich bei den 230 M i l l i a r d e n € teuren Ausfallshaftung für die Absicherung von möglichen Osteuropapleiten von österreichischen Unternehmen. Es kann doch auch nicht der Weisheit letzter Schluss sein zwar wie Island kein EU-Mitgliedstaat zu sein, aber dafür mit einem Staatsbankrott wirtschaftlich total am Boden zu liegen.
mineral, 07. 03. '10 12:34
Re: Arme EU!
Der Weisheit letzter Schluss ist aber auch die EU keinesfalls.