Doppelmoral versus 'Wischi-Waschi-Politik':
Elefantenrunde der EU-Spitzenkandidaten
- Alle außer Grüne für Abbruch der Türkei-Gespräche
- Die "Hetz"-Kampagne der FPÖ als zentrales Thema
IHRE MEINUNG: Was halten Sie vom EU-Wahlkampf?
·Die EU-Wahl ist nur etwas für Kopflastige
Programme der Parteien sind schwer verständlich
·Von wegen "Abend-
land in Christenhand"
Österreich fürchtet sich vor etwas ganz Anderem
·Die EU-Wahl ist von so großer Bedeutung...
...dass selbst flüchtende Bankräuber hingehen
·Straßen-Umfrage zur Europa-Wahl 2009
VIDEO: Können Sie die Europa-Hymne singen?
·EU-Wahlplakate sind eine Klasse für sich ...
... wenn man sie mit ein bisschen Humor nimmt

Die bekannten Standpunkte ausgetauscht haben die Spitzenkandidaten für die EU-Wahl bei der sogenannten Elefantenrunde des ORF am Dienstagabend. Emotional und zum Teil etwas untergriffig wurde es vor allem am Schluss, als der Wahlkampf der FPÖ zum Thema wurde. Der FPÖ-Spitzenkandidat Andreas Mölzer wies die Vorwürfe gegen seine Partei neuerlich zurück.
SPÖ-Spitzenkandidat Swoboda und die Grüne Ulrike Lunacek warfen der FPÖ erneut "Hetze" vor, Swoboda der ÖVP zudem eine "Wischi-Waschi-Politik" dazu. ÖVP-Spitzenkandidat Strasser hielt der SPÖ im Gegenzug "Doppelmoral" vor, weil sie den Dritten Nationalratspräsidenten Graf im Parlament zum Ausschuss-Vorsitzenden gewählt hat.
Wer wird EU-Kommissar?
Swoboda wolle nur einem österreichischen EU-Kommissar zustimmen, "der sich klar abgrenzt gegen die Hetze der FPÖ". Strasser unterstrich, dass Österreich und die EU mit den beiden bisher von der ÖVP nominierten Kommissaren Fischler und Ferrero-Waldner gut gefahren sei. Mölzer will gegen jeden von Rot und Schwarz "ausgepackelten" Kandidaten stimmen. Lunacek und Martin sprachen sich für ein Hearing aus, BZÖ-Mann Stadler plädierte für einen unabhängigen Kandidaten.
Als Wahlziel bekräftigte Swoboda für die SPÖ Nummer eins bleiben zu wollen, die ÖVP will die SPÖ überholen. Mölzer will seine FPÖ "mindestens verdoppeln", Martin den dritten Platz halten und um die 15 Prozent erreichen. Lunacek strebt mit den Grünen zwischen zehn und elf Prozent, Stadler mit dem BZÖ "mehr als 5,9 Prozent" an.
Mehrheit für Abbruch der Türkei-Gespräche
Mit Ausnahme Lunaceks waren sich alle in Sachen Ablehnung des EU-Beitritts der Türkei einig. Strasser machte die Einschränkung, er sei für einen Abbruch der Beitrittsverhandlungen, wenn die Verhandlungsergebnisse so sind wie sie es jetzt sind. Gleichzeitig betonte er jedoch, die Türkei sei nicht reif für einen Beitritt.
Um die steigende Kriminalität zu bekämpfen bekräftigten Mölzer und Stadler ihre Forderung nach Wiedereinführung der Grenzkontrollen. Martin sprach sich hier für ein flexibles Vorgehen aus, bei dem die Grenzen zeitweilig zugemacht werden könnten. Swoboda, Strasser und Lunacek lehnten das ab.
(apa/red)
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