Dienstag, 2. Juni 2009

Die EU-Wahl ist nur etwas für Kopflastige:
Parteiprogramme sind schwer verständlich

  • Studie: Julis-Papier liest sich wie eine Doktorarbeit
  • Fazit: Unangenehme Themen bewusst kompliziert

Wer hierzulande nicht über eine gute Bildung verfügt, kann bei der EU-Wahl leider nicht mitreden. Diese ist nämlich notwendig, um die Wahlprogramme der Parteien verstehen zu können. Das Papier der Jungen Liberalisten (Julis) liest sich gar wie eine Doktorarbeit. Nur die Programme von FPÖ & BZÖ sind mit durchschnittlichem Bildungsniveau begreifbar, wie eine Studie zeigt.

Bei ihrer Untersuchung haben die Universität Hohenheim, das Communication Lab sowie die Online-Redaktion Webworks den Polit-Teil der deutschen "Bild" als Latte der Verständlichkeit gelegt. Erreicht wurde sie von den Parteien allerdings nicht. Am ehesten kam das BZÖ hin, dessen Programm Menschen mit Pflichtschulabschluss verstehen sollten. Für das Papier der FPÖ ist schon Berufsschulniveau notwendig, den Folder der Liste Martin sollte ein Gymnasiast in der 7. Klasse kapieren, die Programme von ÖVP und Grünen ein Achtklässler. Die SPÖ-Grundsätze sind im Maturaniveau verfasst, den KPÖ-Unterlagen sollten Studenten noch folgen können, und jene der Julis sind mit einer Doktorarbeit vergleichbar. "Die Wähler brauchen ein profundes Vorwissen", kritisierte Webworks-Geschäftsführer Martin Sturmer.

Unangenehme Themen bewusst komplex
Wie erklären sich die Wissenschaftler die erwiesene Unverständlichkeit der Programme? Es dürfte ein Mix aus mehreren Gründen sein, vermutet Oliver Haug vom Communication Lab. Zum Teil würden die Parteien unangenehme Themen bewusst komplex erklären, zum Teil sei es eine geringe Wertschätzung der Programme, teilweise auch eine Kostenfrage. Jedenfalls beweisen die Parteien selbst, dass es möglich ist, komplizierte Zusammenhänge verständlich zu formulieren, denn im BZÖ-Papier ist lediglich zum Themenkreis "Wirtschaft und Finanzen" Hochschulniveau notwendig, während alle anderen Bereiche auch ein Berufsschüler kapieren kann.

Die Forscher haben die österreichischen Programme auch mit jenen aus Deutschland verglichen: Dort sind sie deutlich länger als hier zu Lande, allerdings noch schwerer zu verstehen.

(apa/red)

2.6.2009 16:43
antikapitalist, 03. 06. '09 10:18
EU = EIGENTLICH UNNÖTIG
mehr gibt es über diesen schwachsinnigenverein nicht zu sagen