Der Prinz, der Esel und die Goldmarie: Im Schatten lässt sich's märchenhaft speisen
- Idylle mit Weinkultur, kühles Bier und Wiener Küche
- NEWS: Wiens schönste Gastgärten im Überblick

·NEWS: Meereslust und Tafelfreuden
NEWS: Adria in Austria - Meeresküche in Wien
·Maibocksprünge und Gaumenfreuden
NEWS: Rezepte & Tipps für den Gourmetfrühling
·NEWS: Österreichs Küchen in Damenhand
Zu Tisch bei den besten Köchinnen des Landes
·NEWS: Wörther als Hecht im Karpfenteich
Dicker Fisch: Das 'Kunst & Kultur Seminarhotel'
·NEWS: Was blieb von Böhmens Kochkunst?
Spurensuche: Das ein oder anere Lebenszeichen
Ein Rosenstrauch, eine barocke Brunnenfigur, eine überdachte Laube, unter der man im Freien sogar im tiefen Fauteuil oder auf der Couch Platz nehmen kann und ein schon etwas morsches Holzschild, auf dem in vergilbten alten Lettern Gasthaus prangt.
Mit atmosphärischen Reizen wie diesen geizt die Goldmarie unweit des Meidlinger Bahnhofs keineswegs, und wer bei Werner-Matt-Schülerin Barbara Kalmar im kühlen Wirtshausgrunde einkehrt, darf sich obendrein auf einen taufrischen Spargelsalat mit Nüssen, einen in der Maiskruste gebackenen Amurkarpfen aus dem Mustergut Dornau oder ein deftig-saftiges Lammpörkölt freuen. Dazu schäumt das frisch gezapfte Böhmische. Und auch wer die feinen Bioweine von der kleinen Weinkarte ordert, ist alles andere als eine Pechmarie. Vorausgesetzt, man ist kein Stresstyp. Denn hier in der Vorstadt läuft alles ein wenig gemächlicher ab als in den Szenelokalen der City.
Designfreie Zone
Dass es draußen auf der Hadikgasse hektisch zugeht, vergisst jedoch auch, wer den schattigen Garten des Leib-und-Seele-Wirts Peter Ott im Blauen Esel betritt. Er kredenzt in garantiert designfreier Zone erlesene (und obendrein gästefreundlich kalkulierte) österreichische Spitzenweine. Und Küchenchef Rudolf Winter hält angesichts sommerlicher Temperaturen nicht nur stets ein frisches, leichtes Fischsortiment bereit, sondern selbstverständlich auch die alten Wirtshausklassiker hoch, die in einem Gastgarten vom alten Schlag keinesfalls fehlen dürfen.
Genau auf diese setzt man auch im Kastanienschatten des schon im Namen Nostalgie verheißenden Platzlgartens des Prinz Ferdinand in der Josefstadt. In diesem gutbürgerlichen Idyll wird nämlich bis heute klassische Wiener Küche vom Kalbsbutterschnitzel bis zu Mohn-Schupfnudeln kredenzt. Und zudem gibts hier die feinsten Backhendln der Innenstadt.
Bierschatten des Biedermeier
Schattige Gastgärten wie die drei beschriebenen sind in Wien gottlob keine Raritäten. Dass man sie in allen Bezirken antrifft, hat seinen Grund in der Biedermeierzeit, als zwischen Ostern und Herbst aus feuerpolizeilichen Gründen kein Bier gebraut werden durfte. Da die Kühlung des edlen Gerstensaftes oft entsprechend mangelhaft war, pflanzte man damals vorzugsweise die extrem breitblättrigen Kastanienbäume aus, die das Bier auch an heißen Tagen kühl hielten.
Mittlerweile kommt das Bier meist wirklich kalt, oft sogar etwas zu kalt auf den Tisch. Die Kastanien beschirmen Krügel wie Gäste ob im szenigen Silberwirt oder im Klassiker Schweizerhaus jedoch bis heute.
Zum guten Schluss noch eine gute Nachricht für alle Freunde des Wirtshausgartens Stadt Krems in Neubau: Nach Pfingsten sperrt er mit neuen Pächtern und altem Konzept wieder auf.
Wiens schönste Gasthausgärten
Goldmarie. Hoffmeistergasse, 1120 Wien, Tel. 01/817 01 58
Prinz Ferdinand. Bennoplatz 2, 1080 Wien, Tel. 01/402 94 17
Zum Blauen Esel. Hadikgasse 40, 1140 Wien, Tel. 01/895 51 27
Schweizerhaus. Straße des Ersten Mai 116, 1020 Wien, Tel. 01/728 01 52
Die Schobers im Giersterbräu. Gierstergasse 10, 1120 Wien, Tel. 01/813 14 71
Gelbmann. Wilhelminenstraße 62, 1160 Wien, Tel. 01/486 15 99
Stasta. Lehmanngasse 11, 1230 Wien, Tel. 01/865 97 88
Zum alten Fassl. Ziegelofengasse 37, 1050 Wien, Tel. 544 42 98
Zum alten Heller. Ungargasse 34, 1030 Wien, Tel. 01/712 64 52
Zum Silberwirt. Schlossgasse 21, 1050 Wien, Tel. 01/544 49 07
Zur Stadt Krems. Zieglergasse 37, 1070 Wien. Neueröffnung nach Pfingsten!
Die ganze Story lesen Sie im NEWS 22/09!
