Kampfansage von Microsoft an Google:
Relaunch der Suchmaschine mit Bing.com
- Redmonder versprechen effektivere Suche für Alltag
- Dienst vorerst nur in den USA, Europa bekommt Beta
·Yahoo!: Tür und Tor für Microsoft offen
Zusammenarbeit unter Auflagen doch vorstellbar
·Google knöpft seinen
Usern viele Daten ab
Nutzerverhalten immer
genauer aufgezeichnet
·Websuche: Kleines Angebot bevorzugt
Weniger Ergebnisse für User zufriedenstellender

Microsofts CEO Steve Ballmer hat im Rahmen einer Konferenz die neue Suchmaschine "Bing" (www.bing.com) offiziell vorgestellt. "Aktuelle Suchmaschinen sind dafür brauchbar, den User bei der Navigation im Web und dem Finden von Information zu unterstützen. Aber sie sind nicht sonderlich gut darin, beim Verwenden der gefundenen Information zu helfen", so Ballmer. Bing soll Abhilfe schaffen und Nutzer gerade bei alltäglichen Routinesuchen schneller, präziser und zuverlässiger ans Ziel zu bringen.
Der Relaunch der Microsoft-Suche bringt zunächst vor allem in den USA neue Features wie etwa "Best Match", das die beste Antwort auf eine Suchanfrage verspricht. In Europa dagegen startet Microsofts neue Suche zunächst nur in einer Beta-Version, die außer einem neuen Look wenig Veränderungen bringt. Eine der größten Neuerungen ist, dass in einigen Ländern, darunter Deutschland, die Verbraucherplattform Ciao in Bing integriert wird und auf diese Weise User beim Shopping unterstützen soll. Bereits am 3. Juni wird die neue Suche der breiten Öffentlichkeit zur Verfügung stehen.
Mit Best Match direkt ans Ziel
Bing verspricht eine Reihe neuer Features, zumindest für den US-Markt. Das Feature Best Match beispielsweise soll Anfragen, die nach einer bestimmten Website oder einem Service suchen, direkter als bisher zum Ziel führen - etwa direkt zur offiziellen Homepage eines Unternehmens. Generell ist präziseres Auffinden von Informationen ein wesentliches Thema der neuen Microsoft-Suche, die beispielsweise auch Previews von Webseiten bietet. Damit sollen User schon vor dem Anklicken eines Links entscheiden können, ob dieser wirklich zum gesuchten Webangebot führt.
Änderungen für Österreich nur oberflächlich
Bing startet etappenweise und zunächst nur in den USA in voller Pracht. "Das ist bei uns üblich und hat unter anderem organisatorische Gründe", sagt Microsoft-Österreich-Sprecher Thomas Lutz. Das soll auch dabei helfen, vor dem Start neuer Funktionen in weiteren Ländern deren Qualität zu sichern. Zunächst bedeutet es aber, dass es in Europa nur eine Beta-Version von Bing gibt, die unter anderem in Österreich eher kosmetisch bleibt und primär mehr Übersicht mit einem neuen Index verspricht. In einigen Ländern, darunter Deutschland, wird aber etwas mehr geboten. Die Integration der Verbraucherplattform Ciao ersetzt Microsofts bisherigen Shoppin-Kanal und verspricht mit Preisvergleichen, Produktinformationen und Kundenbewertungen in Text- und Video-Format mehr Hilfe beim Online-Einkauf. Das soll einen Mehrwert bei alltäglichen Suchanfragen bieten - denn gerade Kaufentscheidungen würden von Kunden sehr gerne durch Online-Nachforschungen unterstützt, betont Microsoft.
Ablaufdatum für Live Search
Dazu, wie schnell die Ciao-Integration auch im Rest Europas verfügbar werden soll, gibt es bislang ebenso wenig konkrete Informationen wie dazu, wann die neuen Features der US-Version von Bing auch Europa erreichen werden. Fest steht dagegen, dass Microsoft ab sofort mit der Bereitstellung der neuen Suche beginnt und ab Mittwoch weltweit die jeweilige Regionalversion von Bing verfügbar sein soll. Besiegelt ist natürlich auch das Ende des Live Search. Live.com wird zunächst noch eine Weile als Redirect zu Bing dienen. Danach wird die Webseite als Präsenz für Microsoft-Angebote wie Office Live und Windows Live dienen. (pte/red)
