"Das ist Wettbewerbsverzerrung": Niki Lauda bekämpft Millionenhilfe für die AUA
- Flyniki-Chef legt bei EU in Brüssel Beschwerde ein
- "Staatsbeihilfe von 500 Mio. Euro für AUA unzulässig"

·Passagierzahlen
der AUA im Sinkflug
April: Um 12,7 Prozent weniger Gäste an Bord
·Die AUA gehört ab sofort den Deutschen
Lufthansa übernimmt
85 Prozent der Anteile
Flyniki-Gründer Niki Lauda kämpft weiter gegen den Zuschuss Österreichs beim geplanten Verkauf der AUA an die deutsche Lufthansa: "Die Staatsbeihilfe von 500 Mio. Euro für die AUA ist unzulässig. Wir haben deshalb in Brüssel Beschwerde eingereicht", teilte Lauda bei der Vorstellung eines neuen Flugzeugtypes, des Embraer 190, mit.
"Staatliche Beihilfen sind nur zur Förderung eines gesamten Wirtschaftszweiges zulässig, aber nicht für ein einzelnes Unternehmen", kritisierte der Unternehmer. Zusätzlich habe das Unternehmen 200 Mio. Euro Überbrückungskredit bekommen. "Der Kredit war allerdings an Bedingungen, wie zum Beispiel Restrukturierungsmaßnahmen, geknüpft. Kurzarbeit und Dumpingpreise sind aber keine Restrukturierung", erklärte er. Als Beispiel nannte Lauda, dass die AUA um 88 Euro von Wien nach Innsbruck fliegen würde, wobei man für andere Österreichische Destinationen mehr als 300 Euro zahlen müsste.
Laut Lauda wäre die einzige Möglichkeit zur Restrukturierung die Verkleinerung der AUA. Dies beinhalte den Abbau von Mitarbeitern und die Stilllegung von Flugzeugen. "Wenn man vergleicht: Die AUA transportiert mit 7.700 Mitarbeitern rund 10 Millionen Passagiere, die Air Berlin mit 7.800 Mitarbeitern ganze 30 Millionen Fluggäste." Das Unternehmen habe außerdem in den Bilanzen 238 Mio. außerordentlicher Abwertung angegeben. Lauda sei dies ein Rätsel: "Ich weiß nicht, wie man bei einer linearen Abschreibung plötzlich so viel Wert verlieren kann."
Falsch investierte Millionen
"Die 500 Mio. Euro wurden vollkommen falsch investiert. Hier geht es um reine Wettbewerbsverzerrung. Entweder sollen alle etwas von der Beihilfe haben oder keiner. Jetzt wird immer bewusster, was mit dieser Subvention passiert. Wir warten jetzt einmal das Urteil ab, dann sehen wir weiter. Aber wenn die EU-Kommission die Sache so sehen wird, wie ich befürchte, dann wird die Rechnung nicht aufgehen", betonte Lauda.
Flyniki hat im ersten Quartal 2009 positive Zahlen verbucht. Das Betriebsergebnis wurde zum Vergleichszeitraum von 2008 um 20 Prozent verbessert und die Kosten um 60 Prozent verringert.
(apa/red)

