Weltfußballer vor weiterem Höhepunkt:
Cristiano Ronaldo will noch mehr erreichen
- Portugiese wieder zurück zu unwiderstehlicher Form
- Trotz vieler Transfergerüchte: Bekenntnis zu ManU
·Die Schaltzentrale des FC Barcelona
Lionel Messi: Ein kleiner Mann geigt ganz groß auf

Cristiano Ronaldo steht heute vor einem weiteren Höhepunkt seiner Karriere. Der Portugiese greift mit Manchester United im Finale von Rom gegen den FC Barcelona nach dem zweiten Champions-League-Titel en suite, im Falle eines Endspiel-Sieges wäre auch die Wiederholung seiner Wahl zum Welt-Fußballer des Jahres wahrscheinlich.
Noch im Vorjahr wäre Ronaldo im Finale der Königsklasse für United fast zum Buhmann geworden. Als einziger Spieler hatte der 24-Jährige im Elferschießen vom Punkt nicht getroffen, doch John Terry setzte jenen Elfer, dessen Verwandlung den Sieg für Chelsea bedeutet hätte, an die Stange - wenig später scheiterte auch Nicolas Anelka und der englische Meister war Champions-League-Sieger.
Schon davor hatte Ronaldo im Semifinale gegen Barcelona einen Strafstoß vergeben, was seine makellose Vereinssaison (bei der EURO 2008 kam im Viertelfinale das Aus) aber nicht wirklich trübte. 42 Tore hatte Ronaldo im Spieljahr 2007/08 erzielt, auch in dieser Saison brachte er es schon auf 25 Pflichtspiel-Treffer - und das, obwohl er zu Saisonbeginn wegen einer Knöchelverletzung mehrere Wochen ausfiel. Die Zahlen sprechen für sich. Ronaldo hat sein Image als trickreicher, aber ineffektiver Fußball-Zauberer längst abgelegt und ist im "Theatre of Dreams" zum großen Star gereift.
Von Madeira zu Sporting
Aufgewachsen war der kleine Ronaldo in einer Welt abseits von Glanz und Glamour, in ärmlichen Verhältnissen auf der Insel Madeira vor der marokkanischen Küste. Der Ehrgeiz und die Chance auf eine fundierte fußballerische Ausbildung trieben den damals schmächtigen Burschen mit elf Jahren auf das Festland - in die Akademie von Sporting Lissabon. Dort hatte er es gelernt, sich durchzubeißen. Wegen des ob seiner Herkunft eigenartigen Dialekts hatte er nicht nur eine Auseinandersetzung mit den Teamkollegen.
Mittlerweile lacht er darüber. 2003 war ManU-Trainer Alex Ferguson in einem Testspiel auf den Portugiesen aufmerksam geworden, nachdem im Jahr davor bereits ein Transfer zu Liverpool gescheitert war. Der Wechsel - Manchester bezahlte 17,6 Millionen Euro für den damals 18-Jährigen - sollte sich als Goldgriff herausstellen. Ronaldo ist mittlerweile ein Vielfaches wert. ManUnited hatte im Sommer sogar ein Angebot über 100 Millionen Euro von Real Madrid abgelehnt. Die Wechselgerüchte wollen dennoch nicht abreißen, auch wenn er zuletzt betonte. "Mein Heim ist nun in Manchester. Selbst wenn ich sage, mein Herz ist hier, werden sich die Leute Sachen ausdenken. Aber ich will hier spielen."
"Der Beste der Welt"
Ferguson ist für Ronaldo voll des Lobes. "Er ist ein unglaublicher Fußballer, für mich derzeit der beste der Welt", sagt der Trainer über seinen Musterschüler, der im Nationalteam mit seinen 24 Jahren bereits bei 22 Toren (63 Länderspiele) hält. Dabei ist der Frauenschwarm alles andere als ein klassischer Strafraumstürmer. Ronaldo lebt von seiner Geschwindigkeit, seiner Technik und seinen unnachahmlichen Dribblings. Die Beidbeinigkeit ermöglicht es ihm, sowohl auf dem rechten, als auch auf dem linken Flügel zu spielen.
Unumstritten ist Ronaldo dennoch nicht. Vor zwei Jahren war der Portugiese in England nur knapp der Ächtung entgangen, nachdem er im WM-Viertelfinale gegen England (3:1 i.E.) die Rote Karte für seinen United-Teamkollegen Wayne Rooney gefordert hatte. Die Zeichen waren auf Abschied gestanden, doch Ronaldo versöhnte die Fans mit Toren. Mittlerweile verzeihen ihm die Engländer sogar seinen früher als zu wenig zielorientiert geltenden Spielstil - und die unrühmliche Eigenart, sehr leicht zu Boden zu gehen.
Ferrari verschrottet
Zuletzt füllte Ronaldo die Klatsch-Spalten, die sonst über seine oftmals wechselnden Freundinnen rätseln, mit einem Autounfall. An seinem Ferrari war Totalschaden entstanden, Ronaldo entstieg dem Fahrzeug unverletzt. "Ich bin ein glücklicher Mensch", erklärte der Weltfußballer, den seine Eltern 1985 nach dem damaligen US-Präsidenten Ronald Reagan benannt hatten. Sein Vater verstarb im September 2005 - ein schwerer Schlag für Ronaldo, der in Manchester im Kreise seiner Familie lebt.
In seiner Heimatstadt Funchal auf Madeira betreibt der Modellathlet, der unter anderem als Werbeträger für Nike, Pepe Jeans und Suzuki fungiert, mittlerweile gemeinsam mit seiner Schwester eine Modeboutique unter dem Label "CR7". Dort, wo der schmächtige Junge mit dem außergewöhnlichen Talent einst von der großen Karriere geträumt hatte.
(apa/red)
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