Mittwoch, 27. Mai 2009

Die Schaltzentrale des FC Barcelona:
Ein kleiner Argentinier geigt ganz groß auf

  • Lionel Messi ist mit 21 Jahren schon ein Superstar
  • 169m-Winzling als legitimer Nachfolger Maradonas

Lionel Messi (21) verkörpert das Spiel des FC Barcelona wie kein zweiter - schnell, unberechenbar, spektakulär und voller Torgefahr. Messi ist Argentinier, fußballerisch jedoch ein Kind Barcelonas. Dass sich Messi ausgerechnet im rot-blauen Trikot zu einem der besten Fußballer der Welt entwickelt hat, haben die Katalanen vor allem einem Mann namens Carles Rexach zu verdanken.

Rexach war nämlich jener Barca-Nachwuchstrainer, der den damals 13-jährigen Knirps 2000 nach einem Probetraining vom Fleck weg einen "Vertrag" unterschreiben ließ - auf einer Serviette. Seit diesem Tag ist Messi im Nou Camp zu Hause, sein aktueller Vertrag läuft bis 2014, zu haben wäre er nur für eine Ablösesumme von 150 Mio. Euro. In den Allerwertesten beißen muss sich hingegen Messis Ex-Club Newell's Old Boys.

900 Dollar pro Monat haben den Ausschlag über Messis Zukunft gegeben. Messi-Vater Jorge konnte sich nämlich in Zeiten einer großen Wirtschaftskrise in Argentinien die medizinischen Hormonstörungs-Behandlungen für seinen Sohn nicht leisten und suchte einen Verein, der Lionel aufnehmen und dafür gleichzeitig die notwendigen 900 Euro pro Monat übernehmen wollte. Den Old Boys aus Rosario war dies jedoch zu viel, River Plate aus Buenos Aires ebenfalls.

Deshalb versuchten die Messis ihr Glück auf der anderen Seite des Atlantiks in Spanien und fanden es in Barcelona. Die Arztkosten für den jungen Messi hat Barca mittlerweile wohl wieder hereingespielt. Seine ersten Auftritte auf der internationalen Bühne hatte Messi 2005 bei der U20-WM in den Niederlanden, bei der er die Argentinier als bester Spieler und Torschützenkönig zum Titel führte. Bei Barca debütierte Messi am 16. Oktober 2004 im Derby gegen Espanyol, am 1. Mai 2005 avancierte er mit einem Treffer gegen Albacete zum jüngsten Liga-Torschützen der Club-Geschichte (17 Jahre, 10 Monate, 7 Tage).

Die Nummer 10
Den absoluten Durchbruch schaffte Messi in der Saison 2005/06, in der Barca auch die Champions League gewann. Im damaligen Finale gegen Arsenal hatte Messi jedoch verletzungsbedingt zuschauen müssen. In den Jahren 2007 und 2008 belegte er dann bei der Wahl zum FIFA-Fußballer des Jahres jeweils Rang zwei. 2008 musste er sich Cristiano Ronaldo geschlagen geben, mit dem er in Rom im Champions-League-Finale gegen Manchester United die Klingen kreuzen wird.

Wie bei Barcelona trägt Messi auch im argentinischen Nationalteam die Nummer 10. Dass er als legitimer Nachfolger des nunmehrigen Teamchefs Diego Armando Maradona gesehen wird, liegt auf der Hand. Auch wenn man sich Messis geniales Tor im April 2007 gegen Getafe ansieht, bei dem starke Ähnlichkeiten zum "Jahrhundert-Treffer" Maradonas bei der WM 1986 gegen England zu erkennen waren. Charakterlich gibt es allerdings wenig Parallelen, im Gegensatz zur Erscheinung Maradona gibt sich Messi abseits des Rasens schüchtern und zurückhaltend.

Aussehen wie ein Schülerliga-Kicker
Sein Spitzname "La Pulga" ("Der Floh"), Messi wird aber auch Leo gerufen, bezieht sich auch auf sein schmächtiges Äußeres mit einer Größe von 1,69 m und einem Gewicht von 67 kg, neben Manchesters Starkicker Ronaldo (1,85 m/77 kg) wirkt Messi punkto Körperbau fast wie ein Schülerliga-Kicker. Nicht nur aus diesem Grund hat Messi vor dem Portugiesen großen Respekt. "Ronaldo ist ein großartiger Spieler, der die gegnerische Mannschaft aus der Balance bringen kann, wenn man ihm Platz gibt."

Doch für Messi steht vor dem großen Endspiel fest: "Wir haben in dieser Saison tollen Fußball gezeigt, deshalb wären wir der verdiente Gewinner dieser Trophäe. Wir wissen, dass wir kurz davor sind, Geschichte zu schreiben." Sollte Barca siegen, wäre es das erste spanische Team, das in einer Saison Meistertitel, Cup und Champions League gewinnt.

(apa/red)

27.5.2009 17:09