Freitag, 29. Mai 2009

Nordkorea kann von Raketen nicht lassen:
Trotz Warnungen erneut Test durchgeführt

  • Kurzstreckenrakete von der Ostküste abgefeuert
  • Droht bei neuen Sanktionen mit "Selbstverteidigung"

Nordkorea hat angesichts drohender Sanktionen wegen seines Atomwaffentests seine militante Haltung verstärkt. Sollte der UN-Sicherheitsrat Strafmaßnahmen beschließen, werde Nordkorea "weitere Maßnahmen der Selbstverteidigung" ergreifen", erklärte das Außenministerium in Pjöngjang. Kurz darauf meldete die südkoreanische Agentur Yonhap den Abschuss einer nordkoreanischen Kurzstreckenrakete.

Bereits seinen Atomwaffentest am vergangenen Montag hatte das nordkoreanische Militär mit sogenannten Raketentests begleitet. Diese wurden als Reaktion auf die Kritik des Sicherheitsrats am Test einer Langstreckenrakete am 5. April begründet. Die kommunistische Regierung erklärte nun laut KCNA: "Falls der UN-Sicherheitsrat eine weitere Provokation macht, sind weitere Selbstverteidigungsmaßnahmen für uns unvermeidlich". Die unterirdische Atomexplosion war als Selbstverteidigung bezeichnet worden. "Unsere Geduld ist begrenzt."

Recht auf Atomwaffentests
Nordkorea reklamierte in der Erklärung ein Recht auf Atomwaffentests und bezeichnete die Sicherheitsratsmitglieder als "Heuchler". "Der von unserer Nation durchgeführte Atomtest ist der 2.054 auf der Erde. Die fünf ständigen Mitglieder haben 99,99 Prozent dieser Atomtests ausgeführt."

Der amerikanische Heereschef General George Casey sagte zu den nordkoreanischen Drohgebärden, die USA könnten nötigenfalls durchaus einen konventionellen Krieg gegen Nordkorea führen. Verteidigungsminister Gates war bei einer Reise nach Singapur dagegen bemüht, die Sache tiefer zu hängen. Er sehe keinen Bedarf, die in Südkorea stationierten US-Truppen zu verstärken, so Gates.
(apa/red)

29.5.2009 14:40