Ein ganzes Stadion gegen den Präsidenten:
60.000 fordern Rücktritt von Saakaschwili
- Georgien: Oppositionsanhang mit Parlamentsmarsch
- Regierung hat die jährliche Militärparade abgesagt
·Umstrittenes NATO-
Manöver in Georgien
Russland kritisiert: Sei eine "offene Provokation"

Mehr als 60.000 Anhänger der Opposition haben mit einem Massenprotest in Tiflis erneut den Rücktritt des georgischen Präsidenten Micheil Saakaschwili gefordert. Die Menge versammelte sich zu einer zweistündigen Kundgebung im Nationalstadion und marschierte anschließend zum Parlament.
Es war die größte Demonstration seit Beginn der Proteste gegen Saakaschwili vor sechs Wochen. Die Opposition fordert seinen Rücktritt und konnte ihre Anhänger zu fast täglichen Protesten mobilisieren.
Die Menschen in Georgien hätten der Welt gezeigt, "dass sie bereit sind, bis zum äußersten Ende zu kämpfen", sagte Oppositionsführerin Nino Burdschanadse vor den Demonstranten. Polizisten waren in der Nähe des Stadions nicht zu sehen.
Militärparade abgesagt
Aus Sorge vor Zusammenstößen hatte die Regierung die jährliche Militärparade zum Gedenken an die Unabhängigkeit Georgiens zwischen 1918 und 1921 abgesagt. Bereits in der Nacht waren Hunderte Demonstranten durch die Hauptstadt gezogen.
Saakaschwili hat der Opposition Gespräche über Verfassungsänderungen angeboten. Diese lehnt jedoch Verhandlungen ab und besteht auf einem Rücktritt des Staatschefs.
Patriarch ruft zum Dialog auf
Der einflussreiche orthodoxe Patriarch Ilja II. rief zum Dialog auf. Der Sturz von Präsidenten sei in Georgien zur Regel geworden, habe der früheren Sowjetrepublik aber keine Vorteile gebracht.
Saakaschwili gedachte der Unabhängigkeit des Landes auf einem Soldatenfriedhof. "Mit der einen Hand befreien wir unser Land von den Besatzern, mit der anderen bauen wir es auf", sagte Saakaschwili, der 2003 während der "Rosen-Revolution" gegen den damaligen Präsidenten Eduard Schewardnadse an die Macht gekommen war.
(apa/red)
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