Nordkorea lässt noch nicht locker: Jetzt wurden 2 Kurzstreckenraketen abgefeuert
- Unmittelbar nach Atomtest-Verurteilung durch UNO
- Sicherheitsrat erwägt nun weitere "harte" Sanktionen
UN-Botschafter: "Dieses Verhalten muss Preis haben"
·Stichwort: Atomtests und Kettenreaktion
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nuklearen Abschreckung"
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"Schurkenstaaten" sind aber weiterhin im Visier

Nordkorea bietet der internationalen Gemeinschaft weiter die Stirn: Nachdem der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen den überraschenden zweiten Atomtest des Landes vom Montag einhellig verurteilt hatte, ließ die kommunistische Regierung nun zwei Raketen zu Testzwecken abfeuern. Der Sicherheitsrat will mit der Ausarbeitung einer weiteren Resolution gegen die Regierung in Pjöngjang beginnen, wie die amerikanische UN-Botschafterin Susan Rice mitteilte. Der österreichische Vertreter im Sicherheitsrat, Botschafter Thomas Mayr-Harting, rechnet mit einem Ergebnis in den nächsten Tagen.
Nordkorea müsse sich an die zwei früheren UN-Resolutionen halten, die unter anderem weitere Atomtests verboten und eine Rückkehr zu den Sechs-Parteien-Gesprächen gefordert haben, verlangte der Weltsicherheitsrat. Die internationale Staatengemeinschaft wurde aufgefordert, die bereits verhängten Sanktionen gegen Pjöngjang einzuhalten.
"Harte" Sanktionen geplant
Der russische UN-Botschafter und amtierende Präsident des Sicherheitsrats, Witali Tschurkin, machte klar, dass die Verurteilung des nordkoreanischen Atomtests nur ein erster Schritt sei und eine weitere Resolution folgen werde. Es handle sich um eine Verletzung des Atomwaffensperrvertrags und des Vertrags über das Verbot von Atomtests, die eine starke Antwort erfordere. Noch sei es aber zu früh, um Einzelheiten einer neuen Resolution zu benennen. Nordkorea drohen laut einem russischen Diplomaten "harte" Sanktionen durch den UN-Sicherheitsrat. Die Reaktion des UN-Gremiums müsse "ausreichend ernst sein", da das "Ansehen des UN-Sicherheitsrats auf dem Spiel steht", sagte ein namentlich nicht genannter Mitarbeiter des russischen Außenministeriums laut der Nachrichtenagentur Interfax. Allerdings sei eine "Blockade" oder eine "Isolation" nicht Gegenstand der Diskussionen. Die Tür zu Verhandlungen solle immer offen bleiben, fügte der Außenamtsvertreter hinzu.
Auch Frankreich sprach sich für weitere Sanktionen aus. "Dieses Verhalten muss einen Preis haben", sagte der stellvertretende französische UN-Botschafter Jean-Pierre Lacroix. Auch der japanische UN-Botschafter Yukio Takasu, der die Sondersitzung beantragt hatte, forderte, nachdem die zuvor verhängten Sanktionen offensichtlich keinerlei Wirkung erzielt hätten, müsse nun mehr getan werden.
China protestierte direkt bei Nordkorea nach dem Atomtest, wie der Sprecher des Außenministeriums, Ma Zhaoxu, vor Journalisten in Peking sagte. Der Sprecher forderte das Nachbarland erneut auf, an den Verhandlungstisch zurückzukehren und von Aktivitäten abzusehen, die die Situation verschlimmerten.
Südkorea stellt sich gegen Nachbarn
Südkorea will sich nun nach dem zweiten nordkoreanischen Atomtest an einer internationalen Initiative zur Verhinderung der Weiterverbreitung von Massenvernichtungswaffen beteiligen. Das Außenministerium in Seoul teilte mit, das Land werde dem von den USA geführten Programm beitreten, das 2003 aufgelegt wurde, um Staaten wie Nordkorea oder den Iran am Handel mit Raketen oder Nukleartechnologie zu hindern.
Südkorea wollte diesen Schritt bereits nach dem nordkoreanischen Raketentest Anfang April tun, verschob dies jedoch zunächst nach einem überraschenden Gesprächsangebot des Regimes in Pjöngjang. Nordkorea hat erklärt, es würde eine vollständige Beteiligung des Südens an dieser Initiative als Kriegserklärung betrachten.
Nach Angaben des russischen Verteidigungsministeriums ereignete sich die unterirdische Atomexplosion im Nordosten Nordkoreas am Montag um 09.54 Uhr Ortszeit (02.54 Uhr MESZ). Die Sprengkraft wurde auf zehn bis 20 Kilotonnen geschätzt - vergleichbar den US-Atombomben, die gegen Ende des Zweiten Weltkrieges Hiroshima und Nagasaki zerstörten.
Kurzstreckenraketen-Tests
Nordkorea testete am Montag zudem noch drei Kurzstreckenraketen, wie es hieß. Am Dienstag, einige Stunden nach der Resolution des Sicherheitsrats, wurden zwei weitere Kurzstreckenraketen getestet, wie die südkoreanische Nachrichtenagentur Yonhap meldete. Die von der nordkoreanischen Ostküste abgefeuerten Raketen hatten eine Reichweite von 130 Kilometern. Es habe sich um eine Boden-Luft-Rakete und um eine Boden-Schiffs-Rakete gehandelt. Im April testete Nordkorea nach westlichen Angaben eine Langstreckenrakete, die Regierung sprach von einem Satellitenstart.
(apa/red)
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