Wer folgt Hans-Gert Pöttering ins Amt? Europa sucht neuen Parlamentspräsidenten
- Pole Buzek gilt als Geheimfavorit für Nachfolge
- Auch Mauro von Berlusconi-Partei hat gute Chancen

Der Nachfolger von Hans-Gert Pöttering wird der bereits 13. Präsident des Europaparlaments seit der Direktwahl dieser EU-Institution im Jahr 1979. Im Gespräch waren zuletzt der frühere polnische Ministerpräsident Jerzy Buzek und der Italiener Mario Mauro von der Berlusconi-Partei Forza Italia, gegenwärtig Vizepräsident des EU-Parlaments. Sollte es Buzek schaffen, so erhielte fünf Jahre nach der EU-Erweiterung erstmals ein Politiker aus einem der neuen Mitgliedsländer einen Spitzenposten in der Europäischen Union.
Seitens der Sozialdemokraten gilt der Deutsche Martin Schulz als Favorit, allerdings eher für die zweite Hälfte der neuen Legislaturperiode. Der Parlamentspräsident wird auf zweieinhalb Jahre gewählt. Das bedeutet, dass innerhalb einer fünfjährigen Legislaturperiode des EU-Parlaments zwei Präsidenten auftreten. Gewählt wird allerdings nicht im Doppelpack, sondern immer zu Beginn der zweieinhalbjährigen Amtszeit.
Mit einer Ausnahme haben sich bisher immer die beiden stärksten Parteien - Christdemokraten und Sozialdemokraten - die Funktion geteilt. Lediglich in der Legislaturperiode 1999 bis 2004 gab es erstmals mit Pat Cox einen Liberalen, der nach der französischen konservativen Nicole Fontaine zum Zug kam.
Bisher 12 Präsidenten
Von den bisher zwölf EU-Parlamentspräsidenten kamen sieben aus den Reihen der Konservativen, vier von den Sozialdemokraten und eben Pat Cox von den irischen Liberalen. Nach Ländern gereiht kommen Deutschland, Frankreich und Spanien auf je drei Präsidenten, Großbritannien, Niederlande und Irland auf je einen.
(apa/red)
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