Erfrischungsgetränk mit kleiner Draufgabe:
Kokainspuren in Red-Bull-Cola entdeckt
- Ergebnisse schwanken "rund um Nachweisgrenze"
- Drink fällt streng genommen unter Suchtmittelgesetz

Sie sind nicht gesundheitsgefährdend und so gering, dass man sie kaum findet - aber sie sind vorhanden: Kokainspuren in Red-Bull-Cola. Nach dem Fund in Deutschland in der Vorwoche waren auch die Untersuchungen der österreichischen Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) zum Teil positiv. Die Werte waren aber "weit entfernt" von den deutschen Resultaten (0,4 Mikrogramm Kokain pro Liter): "Sie schwanken rund um die Nachweisgrenze", hieß es aus dem Gesundheitsministerium.
Insgesamt lagen zwölf Messergebnisse aus zwei Produktionschargen vor. Laienhaft gesagt waren die Werte so gering, dass die hochsensiblen Instrumente bei den einzelnen Proben einmal angeschlagen hatten, einmal wieder nicht. Die Schwankungen seien nicht genau quantifizierbar und generell abhängig von der technischen Entwicklung der jeweiligen Messgeräte - das zeige auch gut die Komplexität des Themas, so eine Ministeriumssprecherin.
Damit tut sich nun eine rechtliche Lücke an der Schnittstelle zwischen Lebensmittelrecht und Suchtmittelgesetz auf: Dekokainierte Kokablätter dürfen nach dem Lebensmittelrecht als Aromastoff bei Lebensmitteln eingesetzt werden; bisher galten zugelassene Verfahren zur Kokain-Entziehung als "sicher". Durch die immer feiner werdenden Analysemethoden lässt sich aber immer mehr messen, während man in der Lebensmitteltechnologie noch nicht soweit ist, um tatsächlich alles herausfiltern zu können.
Ausnahmeverordnung nötig
Ist die im Getränk gefundene Menge an Kokain auch noch so gering, nicht gesundheitsgefährdend oder süchtigmachend - Kokain fällt in Österreich unter das Suchtmittelgesetz und ist somit verboten. Experten aus den verschiedenen Bereichen sollen nun eine Lösung finden. Ein möglicher Weg wäre z. B. eine Ausnahmeverordnung aufgrund des Suchtmittelgesetzes wie z. B. beim Hanf, meinte dazu die Lebensmittelexpertin Petra Lehner aus dem Gesundheitsministerium im APA-Gespräch.
Der Stein geriet ins Rollen, als in der Vorwoche in Deutschland das nordrhein-westfälische Landesinstitut für Gesundheit und Arbeit (LIGA) rund 0,4 Mikrogramm Kokain pro Liter Red-Bull-Cola fand. In einigen deutschen Bundesländern wurde das Getränk daraufhin aus den Regalen genommen. Die gefundene Menge bedeute, "dass auf ein Mal jemand 100.000 Liter trinken muss, um eine Wirkung zu erzielen", so eine LIGA-Sprecherin. Bei Kokain liegt die wirksame Dosis laut Lehner bei 20 bis 50 Milligramm, die tödliche etwa bei 750 Milligramm.
(apa/red)
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