Atommüll bald direkt vor unserer Haustür? Tschechien plant Lager nahe Oberösterreich
- Prager Regierung sucht Standort für ihren Atomabfall
- Landeshauptmann Pühringer kündigt Widerstand an
Grenzüberschreitende Protestbewegung angekündigt
·Stichwort Bohunice: Strittiges Kraftwerk
Standort für gleich drei Kernkraftanlagen
·Zwei neue Reaktoren
für Akw Temelin?
Vertrag stellt Weichen
für weiteren Ausbau
·Gibt es neue AKWs
bei unserem Nachbar?
Tschechien schließt Neubauten nicht mehr aus

Strahlender Nachbar: Das tschechische Atommülllager, für das die Prager Regierung schon lange einen geeigneten Standort sucht, könnte nahe der oberösterreichischen Grenze entstehen: Wie das "Neue Volksblatt" berichtete, sei der Truppenübungsplatz Boletice südwestlich von Krumau beim Moldaustausee eine Möglichkeit. Empört darüber gaben sich oberösterreichische Politiker aller Parlamentsparteien.
Jiri Hulka, Bürgermeister von Oberplan (Horni Plana), einer Stadt nahe des möglichen Standortes, kündigt eine breite grenzüberschreitende Protestbewegung an. "Wir werden mit den österreichischen und deutschen Gemeinden im Dreiländereck gemeinsam eine Initiative gegen die Prager Pläne starten", sagt Hulka im Gespräch mit dem "Neuen Volksblatt".
Die tschechische Regierung hat auch einen weiteren möglichen Standort ins Auge gefasst: Neben dem westtschechischen Militärareal Hradisde sollen ebenfalls weitgehende geologische Untersuchungen durchgeführt werden.
Pühringer kündigt Widerstand an
Landeshauptmann Pühringer kündigte in einer Presseaussendung entschiedenen Widerstand Oberösterreichs an. Auch Oberösterreich-Vertreter aller anderen Parlamentsparteien sprachen sich gegen die Pläne der Prager Regierung aus.
Pühringer zeigte sich verärgert, dass das offizielle Oberösterreich über derartige, offensichtlich schon weit fortgeschrittene Pläne aus den Medien erfahren müsse. "Das hat mit guter Nachbarschaft im vereinten Europa des 21. Jahrhunderts nichts zu tun". Atommüll sei im Dreiländereck völlig undenkbar, da gerade der Böhmerwald als Tourismusregion ausgebaut wird und das Land Oberösterreich in diesem Bereich viel investiert hat. "Wir werden auf grenzüberschreitenden Widerstand setzen, wie ihn der Bürgermeister von Oberplan bereits angeregt hat", so der Landeshauptmann.
(apa/red)
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