Warum bellt mein Hund schon wieder? So erkennen Sie, was Ihr Bello Ihnen sagen will
- Bellen: Natürliche Lautsprache unserer Vierbeiner
- Freude, Erregung, Erwartung, Angst und mehr

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So erkennen Sie, was Ihr Bello Ihnen sagen will
Bellen ist die natürliche Lautsprache unserer treuen Vierbeiner. Es ist ein Teil ihres Ausdrucksverhaltens und dient der Kommunikation mit anderen Individuen, etwa mit anderen Hunden, Menschen, etc.
Wenn wir herausfinden wollen was uns unser Hund mit seinem Bellen mitteilen möchte, dann ist es wichtig, dass wir ihn genau beobachten. Dabei spielt nicht nur die Bellintensität des Hundes eine Rolle, sondern sein gesamtes Ausdrucksverhalten, also auch seine Körperhaltung. An Hand der Körpersprache und dem Klangbild der Belllaute kann man erkennen, ob der Hund aus Freude oder Erregung bellt, ob er mit seinen Lauten eine Warnung ausspricht, ob er etwas verteidigt , ob er verunsichert ist und Angst hat, ob er seinen Frust los wird, oder ob sein Gebelle schlicht zur schlechten Angewohnheit geworden ist.
Wenn Bello aus Freude, Erregung oder Erwartung bellt!
Dieses Bellen kennt bestimmt jeder Hundehalter, beispielweise, wenn man zu seinem Liebling nach Hause kommt, oder wenn Bello merkt, dass es gleich zum Spazierengehen los geht, oder er seinen besten Hundefreunde im Park trifft, etc. Es ist eine Bellform, die einfach zu erkennen ist. Durch die Aufregung wird Adrenalin im Körper ausgeschüttet, dies führt zu erhöhtem Bewegungsdrang. Die Tiere laufen hin und her, springen herum, drehen sich im Kreis und wedeln dabei mit dem Schwanz. Bei uns Menschen ist das ähnlich, Aufregung und Freude sind meistens mit Bewegung gekoppelt. Freude und dabei still sitzen das funktioniert nicht! Manche Hunde, dazu zählt auch meine Hündin, bringen, wenn sie sich freuen oder aufgeregt sind ihre Spielzeuge. Die Belltöne sind hoch und unmittelbar aufeinander folgend. Manchmal hört man auch ein Winseln dazwischen. Freudengebelle sollte niemals bestraft werden!
Wenn Bello warnt!
Dann gibt er meistens einen kurzen, scharfen Beller ab, der seinem Umfeld mitteilt, dass Gefahr lauert, ein Eindringling kommt, und es Zeit ist abzuhauen. Da wir aber in den seltensten Fällen auf die Warnung unserer Hunde (mit abhauen) reagieren, könnte sie das frustrieren. Die Frustration nicht gehört und registriert zu werden, kann in hysterischem Dauerbellen enden, welches alles andere als angenehm ist.
Fazit: Wenn uns unsere Hunde warnen, sollten wir ihnen auf jeden Fall ein Zeichen geben, dass wir ihre Warnung registriert haben, und ihnen vermitteln, dass alles weitere jetzt in unserer Verantwortung liegt. Wenn das für den Hund klar ist, entspannt er sich wieder, denn er weiß er trägt keine Verantwortung mehr.
Wenn Bello Angst hat!
Ist ihm die Angst ins Gesicht geschrieben und auch wenn das Bellen ähnlich dem Erregungsbellen ist, ist die Angst doch deutlich herauszuhören. Ein sehr hohes durchgehendes Bellen (ohne Pause) das oft in Jaulen endet. Das Jaulen ist der Ruf nach Hilfe, man sollte es als Hundehalter nicht unerhört lassen!
Manche Hunde verstecken sich, andere laufen verunsichert um her, wiederum andere kauen Gegenstände an. Ihr Ausdruck wirkt dabei gehetzt und gestresst.
Wenn Bello verteidigt!
Gibt er zu verstehen, dass er sich bedroht fühlt und versucht die bedrohende Person, oder das bedrohende Objekt zu vertreiben. Dies sollte nicht, wie leider oft fälschlicher Weise angenommen, mit aggressiven oder dominanten Verhalten verwechselt werden. Der Hund versucht sich in einer für ihn bedrohlichen Situation lediglich zu verteidigen, dabei knurrt und bellt er abwechselnd und bewegt sich in schnellen, oft ruckartigen Bewegungen auf seinen Gegner zu, um diesen zu erschrecken und möglichst fernzuhalten.
Wenn Bello frustriert ist!
Es ist ein trostloser Klang durchgehenden, nicht enden wollenden monotonen Bellens. Manchmal wird es durch ein Heulen unterbrochen, um dann wieder von neuen zu ertönen. Es sind Hunde die einsam und unterbeschäftigt den ganzen Tag im Zwinger oder an der Kette sitzen, die auf diese Weise ihren Frust verlauten. Aus ihrer Verzweiflung können sich Stereotypien, wie sich selbst in den Schwanz versuchen zu beißen, graben, oder in derselben Schrittfolge hin und her laufen, entwickeln.
Erlerntes Bellen!
Haben wir uns Hundehalter meistens selbst zuzuschreiben, auch wenn wir es unseren Vierbeinern gar nicht bewusst beigebracht haben. Die Bestätigung dafür haben Sie, wenn Ihr Hund in einer Situation drei bis viermal bellt, dann eine Pause einlegt in der er sich nach Ihnen umdreht, um sich im Anschluss wieder dem zu verbellenden Objekt zuzuwenden um den Ablauf zu wiederholen.
Der Blick zum Hundehalter verrät, dass es sich um erlerntes Bellen handelt, denn Bello wartet auf seine bestätigende Reaktion. Was viele nicht wissen, leider sind auch Maßregeln oder Schimpfen für Bello in dieser Situation belohnend.
Buchtipp: Das Bellverhalten der Hunde
Turid Rugaas
Isabel Finsterwalder, Turid Rugaas
