Dienstag, 19. Mai 2009

Sollten Katzen eigentlich ins Freie dürfen? Wohnungstiere einsam, Freigänger in Gefahr

  • NEWS hat die beste Alternative: Begrenzter Freigang
  • Freie Stubentiger müssen jedenfalls kastriert sein

Katzen haben neun Leben, heißt es gemeinhin. Darauf verlassen sollte man sich allerdings nicht. Besonders dann nicht, wenn man seinem vierbeinigen Liebling erlaubt, die heimische Wohnung oder das vertraute Haus stundenweise zu verlassen. Denn unsere Stubentiger haben zwar die Fähigkeit, Stürze aus großer Höhe im Idealfall mehr oder weniger unversehrt zu überstehen. Gelangen sie aber unter die Räder eines Autos oder in die Hände bösartiger Menschen, erweist sich leider meistens, dass auch Katzen am Ende nur ein einziges Leben haben …

Freigänger oder Wohnungskatze? „Die Entscheidung, ob Katzen beliebig nach draußen dürfen oder nur drinnen gehalten werden, sollte man von der jeweiligen Umgebung abhängig machen“, sagt Tierarzt Martin Reifinger von der Veterinärmedizinischen Uni Wien. Wer etwa mitten in der Stadt oder unmittelbar an einer stark befahrenen Straße lebt, sollte seine Katze nie hinauslassen. Denn ein Katzenleben in „Freiheit“ mag zwar artgerecht erscheinen, da die Tiere ihre Sinne und ihren Jagdinstinkt ausleben können. Allerdings leben diese „Freigänger“ auch wesentlich gefährlicher, und ihre Lebenserwartung ist deutlich geringer als jene von Wohnungskatzen. Und: Mit der richtigen Beschäftigung und zumindest einem Artgenossen als Partner fühlen sich Katzen auch ohne Freigangsoption meistens pudelwohl.

Die Risiken der Freigänger
Die gängigste Gefahr stellt natürlich der Straßenverkehr dar. Darüber hinaus können Katzen ausgelegtem Gift zum Opfer fallen oder versehentlich in Schuppen oder Kellern eingesperrt werden und dort qualvoll verenden. Oder sie geraten gar in die Fänge von Tierquälern.

Wer seinen Stubentiger dennoch frei laufen lassen möchte, sollte beachten, dass dieser kastriert ist (laut Tierschutzgesetz Pflicht!) sowie regelmäßig entwurmt und geimpft wird, um die gesundheitlichen Risiken möglichst zu minimieren. Oder er entschließt sich, Terrasse oder Garten so zu adaptieren, dass die Samtpfoten zwar die Freiheit, nicht aber deren Gefahren erleben können …

(Isabel Finsterwalder)

19.5.2009 14:44