Raumfähre Atlantis in Kalifornien gelandet:
Zwei Tage Verspätung wegen Schlechtwetter
- Shuttle sollte ursprünglich in Cape Canaveral landen
- NASA steht nun millionenschwerer Transport bevor
Weltraumteleskop Hubble wurde erfolgreich repariert
·Hubble hat wieder den totalen Durchblick
Nach Reparatur sieht Weltraumteleskop scharf
·Euro-Superteleskope ins All geschossen
Liefern nie dagewesene Bilder des Universums

Heimkehr mit Hürden: Weil es über Florida regnete und stürmte, ist die US-Raumfähre "Atlantis" am Sonntag erst mit zweitägiger Verspätung zur Erde zurückgekehrt. Das Shuttle mit sieben Astronauten an Bord setzte um 17.39 Uhr MESZ auf dem Luftwaffenstützpunkt Edwards in Kalifornien auf. Auf ihrer rund 13-tägigen Mission hatte die Crew das legendäre Weltraumteleskop "Hubble" repariert und aufgerüstet.
Weil das Wetter nicht mitspielte, musste die US-Raumfahrtbehörde NASA seit Freitag mehrere Landemöglichkeiten auf dem Weltraumbahnhof Cape Canaveral im "Sonnenscheinstaat" Florida absagen. "Gratulation zu einer sehr erfolgreichen Mission, bei der ihr "Hubble" ein neues Paar Augen gegeben habt", beglückwünschte die Shuttle-Bodenkontrolle die Heimkehrer. Die Mission sei "von Anfang bis Ende aufregend gewesen", sagte "Atlantis"-Kommandant Scott Altman. "Es war eine großartige Reise."
Die Ausweichlandebahn in Kalifornien ist bei der NASA wenig beliebt. Denn nun muss der Orbiter mit Millionenaufwand auf dem Rücken eines umgebauten Jumbo-Jets ins rund 4.000 Kilometer entfernte Florida zurückgebracht werden. Das war der Weltraumbehörde zuletzt im November bei der Landung der Raumfähre "Endeavour" passiert.
Hubble wieder für fünf Jahre "fit"
Doch ist "Hubble" jetzt "fitter" denn je und voll einsatzbereit. Dank der Mission ist das 19 Jahre alte Teleskop nun wieder ein Glanzstück der NASA. Mit ersten Bildern rechnen die Fachleute im Juli und August. Veröffentlicht werden sollen sie im September.
Bei insgesamt fünf Außeneinsätzen statteten die Astronauten "Hubble" mit moderner Technologie aus: Eine neue Weitsichtkamera soll künftig einzigartige Bilder aus dem Alls schicken, unterstützt von weiteren, hochsensiblen Instrumenten und verstärkt von neuen Batterien. Die Mission galt als riskant und schwierig. Die Astronauten kämpften mit gefrorenen Bolzen und klemmenden Schrauben. Zudem drohten scharfe Werkzeuge, ihre Raumanzüge aufzuschlitzen.
Das Teleskop soll nun noch mindestens weitere fünf Jahre Bilder aus dem Weltraum zur Erde schicken. Es sendet seit 1990 und hat bisher 6,9 Milliarden Dollar (4,94 Mrd. Euro) gekostet. Die "Atlantis"-Reise war die fünfte und letzte "Hubble"-Mission. (apa/red)
