Opel-Übernahme geht in die Zielgerade:
Treffen auf höchster Ebene in Deutschland
- Entscheidung über den Zuschlag wird morgen gefällt
- Mit chinesischer BAIC sind es nun vier Interessenten

·Magnas Standort in
Graz nicht gefährdet
CEO Wolf gibt Garantie
für Produktionsstätte
·Einer, der Gold hat,
will die Regeln machen
Stronachs Magna geht
Allianz mit Russland ein
·Opel-Mitarbeiter überlegen Angebot
Beschäftigte wollen Firma wenn nötig übernehmen
Vor der Entscheidung über die Zukunft von Opel haben die drei Bieter noch einmal für ihre Konzepte geworben. Fiat-Chef Marchionne traf mit der deutschen Kanzlerin Merkel und Wirtschaftsminister Guttenberg zusammen. Zudem sollten die Bieter Magna und RHJ in Rüsselsheim mit den europäischen Opel-Betriebsräten zusammentreffen.
Der Bieter-Wettstreit um Opel wird immer mehr zu einem Poker um Risikobeteiligungen, Zusagen für die Opel-Standorte und das Volumen für den in allen drei Konzepten vorgesehenen Stellenabbau. Am Mittwochabend soll die Entscheidung fallen, ob die Zukunft von Opel mit einem Investor gesichert werden soll und ob die deutsche Regierung dafür Staatsgelder zur Verfügung stellt. Andernfalls droht Opel wie dem Mutterkonzern General Motors die Insolvenz.
An der Sitzung im Kanzleramt sollen Verhandlungskreisen zufolge auch hochrangige Vertreter der drei Bieter und von GM teilnehmen. Ab Donnerstag wird mit einem Insolvenzantrag von GM gerechnet.
Alle Kandidaten bessern nach
Als Favorit für einen Einstieg bei Opel gilt zwar weiterhin der kanadisch-österreichische Zulieferer Magna wegen des nach Ansicht der Bundesregierung insgesamt konkreteren Angebots. Allerdings haben auch Fiat und RHJ ihre Angebote nachgebessert und konkretisiert.
Guttenberg ist weiter von keinem Konzept der drei Interessenten überzeugt. Er sagte, die Italiener hätten "kein schlechtes Konzept" vorgelegt. Das Angebot sei seriös. "Aber es sind weitere Nachbesserungen notwendig." Dies gelte allerdings auch für das Angebot des kanadisch-österreichischen Zulieferers Magna.
BAIC vierter Interessent
In das Rennen um Opel ist kurz vor Schluss jetzt auch der chinesische Auto-Konzern BAIC eingestiegen. "Eine solche Interessensbekundung liegt seit heute abend vor", sagte ein Sprecher des Bundeswirtschaftsministeriums. Auf die Frage, ob das Angebot trotz des Ablaufs der Bieterfrist von der Regierung berücksichtigt werde, sagte der Sprecher, Wirtschaftsminister Karl-Theodeor zu Guttenberg habe bereits im Tagesverlauf gesagt, dass man auch mit diesem Investor Gespräche suchen werde.
(apa/red)

