Freitag, 22. Mai 2009

Opel-Übernahme: Magna bietet für Hessens Ministerpräsident die besten Perspektiven

  • Drohende GM-Insolvenz: Rasche Entscheidung nötig
  • Alle drei Bieter für Autobauer sehen Stellenabbau vor

Hessens Ministerpräsident Roland Koch sieht im Angebot des österreichisch-kanadischen Autozulieferers Magna die besten Perspektiven für den deutschen Autobauer Opel. Das Magna-Angebot sei "am nächsten an den Wünschen". Der italienische Autobauer Fiat sei mit seinen Plänen weit entfernt von dem, was man sich erhofft habe. Neben Fiat und Magna hatte auch der US-Finanzinvestor Ripplewood für Opel geboten.

Die Konzepte müssen sehr rasch geprüft werden. Schon Ende des Monats könnte GM in den USA Insolvenz anmelden, zuletzt hatte es mit Verweis auf US-Regierungskreise jedoch geheißen, dies werde nicht vor dem 1. Juni der Fall sein. Die deutsche Regierung will Opel mit einem Treuhandmodell aus dem Insolvenzstrudel des Mutterkonzerns heraushalten. Alle drei Übernahme-Anbote sehen für das Europa-Geschäft der Opel-Mutter General Motors (GM) nach Angaben aus deutschen Regierungskreisen einen deutlichen Stellenabbau vor. Davon seien auch die vier deutschen Opel-Werke betroffen. Einem Bericht der "Bild"-Zeitung zufolge könnten europaweit rund 10.000 Stellen wegfallen. Das wäre fast jeder fünfte der 55.000 Arbeitsplätze von Opel in Europa.

Magna: Technologie-Vorteile
GM gibt allerdings laut "Spiegel Online" Magna den Vorzug, weil der Autozulieferer in dem Ruf stehe, selbst über Spitzentechnologie zu verfügen. Außerdem könne Magna die Opel-Werke auch mit der Fertigung für andere Hersteller auslasten. Fiat hingegen lande abgeschlagen auf dem letzten Platz, weil die Italiener beim Konkurrenten Chrysler einsteigen wollen und zudem eine frühere Partnerschaft mit GM unglücklich endete. Unterdessen arbeiten die Beschäftigten an einer Notlösung, sollte die Übernahme durch Fiat, Magna oder Ripplewood scheitern (siehe Artikel).

(apa/red)

22.5.2009 11:42