Donnerstag, 21. Mai 2009

Schachtjor Donezk - der Stern Osteuropas:
Clubchef und Milliardär Achmetow am Ziel

  • Trainer Lucescu erwartet sich noch weitere Triumphe
  • Im Herbst sollen Erfolge in Champions League folgen

Wohl nie zuvor hatte die Vereinshymne von Schachtjor Donezk dermaßen Gültigkeit wie in Istanbul nach dem Sieg im Fußball-UEFA-Cup-Finale über Werder Bremen. "Schachtjor ist ein Stern, Schachtjor ist die Zukunft", sangen die Fans nach dem Triumph, dem laut Trainer Mircea Lucescu noch viele weitere folgen sollen.

"Die Mannschaft ist noch sehr jung und ich hoffe, dass kein Spieler den Verein verlässt. Wir wollen uns gut in der Champions League schlagen und noch besser spielen, als wir es heute getan haben", erklärte der rumänische Coach, dessen Truppe aufgrund des Vizemeistertitels hinter Dynamo Kiew im Sommer in der dritten und vorletzten Qualifikations-Runde für die Eliteliga an den Start geht.

"Waren stärkere Mannschaft"
Der Sieg gegen die Mannschaft von Sebastian Prödl und Martin Harnik ging laut Lucescu in Ordnung. "In der ersten Hälfte haben wir das Spiel kontrolliert, bis unser Tormann einen Fehler gemacht hat", meinte der frühere Inter-Mailand-Trainer mit Blick auf das 1:1 durch Naldo. "Aber wir haben es auch danach nicht zugelassen, dass die Bremer ihren typischen Stil spielen. Wir waren die stärkere Mannschaft und haben uns mehr Chancen herausgespielt."

Den Sieg widmete Lucescu, der in Istanbul schon mit Besiktas und Galatasaray Meister geworden war, nicht nur den rund 10.000 mitgereisten Fans, sondern auch dem gesamten ukrainischen Fußball. "Ich bin glücklich, dass wir den Erfolgslauf ukrainischer Mannschaften fortgesetzt haben. Dieses Ergebnis wird uns hoffentlich in den Vorbereitungen für die Europameisterschaft 2012 noch mehr Kraft geben", sagte der Coach nach dem dritten UEFA-Cup-Sieg eines Teams aus der ehemaligen Sowjetunion in den vergangenen fünf Jahren (ZSKA Moskau sicherte sich den Bewerb 2005, Zenit St. Petersburg im Vorjahr).

"Fünfjahresplan" erfüllt
2004 kam Lucescu zu Schachtjor, nach drei Meistertiteln und zwei Cupsiegen hat er mit dem UEFA-Cup-Gewinn nun endgültig den "Fünfjahresplan" seines Präsidenten Rinat Achmetow erfüllt. Der reichste Mann der Ukraine pumpte seit seinem Amtsantritt vor 13 Jahren geschätzte 500 Millionen Euro in den Club, der sich deswegen brasilianische Ballzauberer wie die Mittwoch-Torschützen Jadson und Luiz Adriano leisten kann - und die für die Europacup-Trophäe so wie ihre Kollegen eine Prämie von angeblich 400.000 Euro pro Mann erhalten.

Der milliardenschwere Harvard-Absolvent gilt als einflussreichster Geschäftsmann seines Landes. Wie der 42-Jährige zu seinem Reichtum kam, ist nicht genau belegt. Sicher ist nur, dass er Kohleminen, Stahlfirmen, Schokoladefabriken, IT-Unternehmen und Hotels besitzt und dass er seinem Club ein neues Stadion schenkt. Die "Donbass-Arena" soll nach Verzögerungen wegen der Wirtschaftskrise noch Ende August dieses Jahres eröffnet werden und ab diesem Zeitpunkt angeblich in der Clubfarbe Orange erstrahlen, so wie die Münchner Allianz-Arena im Rot des FC Bayern.

Als Schauplatz der EURO 2012 wurde die Arena von der UEFA aber noch nicht bestätigt, da dem europäischen Verband vor allem der Flughafen und die fehlenden Hotels noch Sorge bereiten.

(apa/red)

21.5.2009 12:18