Zwei Österreicher greifen heute nach dem UEFA-Cup: Prödl und Harnik vor Sternstunde
- Werder Bremen im "letzten Finale" gegen Donezk
Prödl in Start-Elf zu erwarten, Harnik wohl Ersatz - Schachtjor zuversichtlich: "Schreiben Geschichte"
·Abschied: Letztes UEFA-Cup-Finale
Ab Sommer kommt die neue "Europa League"
·Schaaf lobt Prödl
vor UEFA-Cup-Finale
Darf mit einem Einsatz gegen Donezk rechnen
·UEFA-Cup: Harnik hofft auf Final-Einsatz
Gehört nach Verbannung wieder zu der 1. Garnitur
·"Schlimmste ist, ein Finale zu verlieren"
UEFA-Cup: Wohlfahrt fiebert mit Prödl & Harnik
·UEFA Europa-League:
Auslosung 2009/2010
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Sebastian Prödl und Martin Harnik greifen heute (20.45 Uhr LIVE auf NEWS.at) als erste Österreicher seit Franz Wohlfahrt 1998 nach einer Trophäe im Europacup. Die ÖFB-Internationalen treten mit ihrem Club Werder Bremen gegen den ukrainischen Vertreter Schachtjor Donezk im UEFA-Cup-Finale an, wobei vor allem Prödl gute Chancen auf einen Platz in der Stammformation hat.
"Für solche Spiele wird man Profi", erklärte der 21-jährige Steirer. Prödl wird wohl der Nutznießer der aktuellen Bremer Personalprobleme sein, denn neben den gesperrten Diego und Hugo Almeida fällt auch der verletzte Innenverteidiger Per Mertesacker aus. Im Angriff gelten Claudio Pizarro und Markus Rosenberg als gesetzt, Harnik dürfte wohl Ersatz sein.
Zwölf Jahre nach Schalke 04 könnte erneut ein deutscher Club den UEFA-Cup holen. Es wäre die vorläufige Krönung der zehnjährigen Ära unter Schaaf und Manager Klaus Allofs. "Wir haben die Meisterschaft gewonnen, wir haben den Cup gewonnen, aber noch nicht so einen Titel", sagte Allofs: "Das wäre sensationell." Werder würde in die Geschichtsbücher eingehen als letzter Sieger des UEFA-Cups, denn der traditionsreiche Wettbewerb wird abgeschafft und kommende Saison durch die Europa League ersetzt.
Diego schmerzlich vermisst
Pizarro, der mit dem FC Bayern schon drei Meister-Trophäen, dreimal den DFB-Cup und einmal den Weltcup gewann, reizt der neue Coup: "Diesen Pokal habe ich noch nicht", sagte der Peruaner. Am schwersten wiegt auf jeden Fall das Fehlen des herausragenden Diego - ohne den brasilianischen Ballzauberer wäre Werder erst gar nicht ins Finale gekommen.
Bei Schachtjor hingegen ist der Star der Trainer, und als Club-Besitzer fungiert ein milliardenschwerer Harvard-Absolvent. Der ukrainische Oligarch Rinat Achmetow, dessen Verein bisher viermal Meister wurde und erstmals in einem Europacup-Finale steht, will bei einem Sieg pro Mann 400.000 Euro Prämie springen lassen. Geht es nach Betreuer Mircea Lucescu, dann wird sein Chef auch in die Tasche greifen müssen. "Wir werden Geschichte schreiben", prophezeite der rumänische Coach des ukrainischen Vizemeisters.
Lucescu bemühte sich aber auch, Gelassenheit auszustrahlen vor dem wichtigsten Spiel der Vereinsgeschichte. Den Zufall ausschließen ist sein taktischer Großauftrag, und dementsprechend defensiv sieht sein Masterplan für den Sieg aus. Der kroatische Team-Kapitän Dario Srna und die beiden erfahrenen Aufpasser Razvan Rat und Igor Duljaj führen die "Sicherheitsabteilung" an.
Samba auf ukrainisch
Davor sorgen die teuren Brasilien-Importe Fernandinho, Ilsinho und Jadson für spielerische Fantasie und überfallartigen Konterfußball. Sturm-Solist ist Luiz Adriano. "Wir haben sehr viel kreative Qualität. Das stimmt mich zuversichtlich, aber Bremen ist sehr gefährlich", sagte Lucescu, der seit seinen Engagements bei Inter Mailand, Galatasaray und Besiktas international profiliert ist.
Achmetow gab dem 63-Jährigen freie Hand, sein Wunsch-Team zusammenzukaufen - mit dem Gewinn von Titeln als einziger Prämisse. Geschätzte 500 Millionen Euro hat der seit 1996 amtierende Clubchef und reichste Mann der Ukraine schon in den Verein gepumpt, mit dem Lucescu seit 2004 drei Meistertitel und zwei Cupsiege holte. Dabei hatte die aktuelle Saison ernüchternd für die Donezk-Profis begonnen. In der CL-Gruppenphase hagelte es zunächst vier Niederlagen, ehe die letzten beiden Partien 5:0 gegen Basel und sogar 3:2 in Barcelona gewonnen wurden.
Nach dem Umstieg in den UEFA-Cup wurden dann die namhafteren Rivalen Tottenham Hotspur, ZSKA Moskau, Olympique Marseille und im Halbfinale Erzrivale Dynamo Kiew düpiert. So hört sich Lucescus Realismus auch ganz plausibel an: "Die Champions League war für uns ideal zum Einspielen. Wer solche Kaliber aus dem weg räumt, kann auch Bremen schlagen."
(apa/red)
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