Keine Entwarnung bei der Schweinegrippe:
WHO äußert Besorgnis über die Entwicklung
- WHO-Chefin Chan: "Subtiler, schleichender Virus"
- Russland musste erste Ansteckung verzeichnen

·Die sechs Epidemie-
Warnstufen der WHO
Stufe sechs wäre ein globaler Grippe-Ausbruch
·Schweinegrippe kurz vor Pandemie-Status
Ein Drittel aller Menschen ist potenziell in Gefahr
·10 wichtige Fragen zur Schweinegrippe
Wie gefährlich es ist
und wie man sich schützt
Die Weltgesundheitsorganisation hat sich zum Abschluss ihrer Generalversammlung in Genf besorgt über die weitere Entwicklung der Schweinegrippe geäußert. "Das ist ein subtiler, schleichender Virus", sagte WHO-Generaldirektorin Margaret Chan. Die Zahl der bestätigten Fälle einer Infektion mit dem Schweinegrippe-Erreger A/H1N1 steigt weiter an. Bisher gab es insgesamt 86 Todesfälle.
"Wir erwarten, dass er weiterhin neue Länder erfassen und sich in den bereits betroffenen Ländern weiter ausbreiten wird", sagte Chan. Am letzten Tag der Beratungen vereinbarten die Teilnehmer, die Kriterien für die höchste Grippe-Alarmstufe 6 zu verschärfen - gegenwärtig gilt die Stufe 5, was bedeutet, dass eine Pandemie (also eine weltumspannende Grippewelle) kurz bevorsteht.
Unterdessen hofft die WHO auf die Entwicklung eines Impfstoffes bis Anfang Juli. Nach Schätzungen der WHO ist die weltweite Pharmaindustrie in der Lage, innerhalb eines Jahres bis zu fünf Milliarden Impfstoffeinheiten herzustellen. Die Zahl der bestätigten Fälle einer Infektion mit dem Schweinegrippe-Erreger A/H1N1 stieg innerhalb eines Tages um 134. Die meisten Erkrankungen gibt es in den USA (5.764) vor Mexiko (3.892). Bei den bisher insgesamt 86 Todesfällen ist es umgekehrt: Die meisten dieser Meldungen kamen aus Mexiko (75) vor den USA (9).
Inzwischen meldete auch Russland den ersten Fall der Schweinegrippe. Bei dem Patienten handle es sich um einen Russen, der vor kurzem aus den USA zurückgekehrt sei, meldete die Nachrichtenagentur Interfax. In Argentinien wurde ein Chilene mit Grippe-Symptomen in Mendoza von wütenden Bürgern angegriffen. Erst starke Polizeikräfte hätten den Mann und andere Passagiere eines Reisebusses aus Chile unter dem Einsatz von Gummigeschoßen gegen die aufgebrachte Menge schützen können.
(apa/red)
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