Donnerstag, 21. Mai 2009

Jetzt fehlen ihr nur noch zwei Berggipfel:
Kaltenbrunner bezwingt 12. Achttausender

  • Lhotse im Himalaya mit 8.516m Höhe ist bezwungen
  • 38-jähriger Österreicherin fehlen noch Everest und K2

Die Extrembergsteigerin Gerlinde Kaltenbrunner ist dem Weltrekord ein Stück näher gerückt. Bei klirrender Kälte und nach langem Warten auf gutes Wetter erreichte die 38-Jährige den Gipfel des Lhotse (8.516 m) im Himalaya - ihr zwölfter der 14 weltweit höchsten Achttausender. Noch nie hat eine Frau alle dieser Bergriesen bezwungen, die Oberösterreicherin und ihre spanische Bergsteigerkollegin Edurne Pasaban, die ebenfalls zwölf Gipfelsiege vorweisen kann, stehen kurz davor. Im Himalaya gab es aber auch einige andere bemerkenswerte alpinistische Leistungen.

Kaltenbrunner fehlen noch der Mount Everest und der K2, Pasaban muss für einen Rekord noch die Bergspitzen des Shisha Pangma sowie des Annapurna erreichen. Einen Konkurrenzkampf bestreiten beide einhellig. Begleitet von ihrem Ehemann Ralf Dujmovits aus Deutschland feierte Kaltenbrunner am Lhotse jedenfalls einen wichtigen Gipfelsieg: "Bei guten, aber sehr kalten Bedingungen standen Gerlinde und Ralf um ca. 11.00 Uhr auf dem Gipfel", erklärte ihre Pressesprecherin Kathrin Furtner. Ein großer Erfolg für ihren Ehemann: Der 47-Jährige hat als erster Deutscher alle 14 Achttausender bezwungen.

Noch am Abstieg
Kurz nach 13.00 Uhr befand sich das Team der Oberösterreicherin mit dem Deutschen David Göttler und dem Japaner Hirotaka Takeuchi bereits wieder im Lager unter dem Gipfel auf 7.850 Meter Höhe. "Nachdem sie sich ein wenig ausgeruht haben, wollen sie weiter absteigen und sich melden, sobald sie wohlbehalten zurück im Basislager sind", so Furtner. Ihre Ankunft werde dort bis Freitag erwartet. Dem Team gehe es soweit gut, näheres erfahre man erst im Base-Camp. Dort waren die Alpinisten aber Donnerstagnachmittag (MESZ) offenbar noch nicht eingetroffen. "Es gibt noch keine Neuigkeiten", erklärte die Sprecherin.

Aufgebrochen waren die Vier in der Nacht auf Mittwoch, nachdem sie am Dienstag bei minus 25 Grad das letzte Etappenziel vor der Bergspitze erreicht hatten. Lange verzögerten Schneefall, Kälte und Windböen den Aufstieg der Oberösterreicherin auf den Himalaya-Riesen. Bereits am 23. April erreichte sie das Basislager des Achttausenders. Bis vergangenen Sonntag wurde mit dem Aufstieg wegen des schlechten Wetters gewartet.

Italienerin als Konkurrentin
Neben Kaltenbrunner und Pasaban gilt auch die Italienerin Nives Meroi als heiße Anwärterin auf den Gipfelrekord: Sie kann bisher elf Achttausender vorweisen. Am Sonntag musste die 48-Jährige ihren Aufstieg auf den Kangchenjunga aufgrund gesundheitlicher Probleme ihres Ehemanns Romano abbrechen, er hatte sie begleitet. Meroi stehen außerdem noch der Annapurna und der Makalu bevor.

Unerschrockene Bergsteiger haben in diesen Tagen verschiedene Achttausender bezwungen - und das zum wiederholten Mal und sogar im Pensionistenalter. Als bisher ältester Brite bestieg der 65-jährige Abenteurer Sir Ranulph Fiennes den Mount Everest, wie eine Sprecherin am Donnerstag mitteilte. Der Senior, der nach einem Herzanfall vor sechs Jahren mit drei Bypässen lebt, hat schon mehrfach mit extremen Leistungen für Schlagzeilen gesorgt. Der 48-jährige Nepalese Appa Sherpa kennt sich am 8.848 Meter hohen Mount Everest schon bestens aus: Er erklomm den Berg am Donnerstag bereits zum 19. Mal.
(apa/red)

21.5.2009 16:18