Donnerstag, 21. Mai 2009

Schock für Präsident Tadic: Mann drang mit Handgranaten bewaffnet in Amtssitz ein

  • Polizeieinheiten entwaffnen den Firmenbesitzer
  • Rechtsstreit als Ursache: Bereits einmal Hungerstreik

Serbische Polizisten haben jenen Mann entwaffnet, der mit zwei Handgranaten in den Amtssitz von Präsident Boris Tadic eingedrungen war und drohte, sich in die Luft zu sprengen. Der Wachdienst des serbischen Staatschefs hatte dem 57-jährigen Firmenbesitzer aus dem zentralserbischen Valjevo eine Handgranate gleich am Eingang weggenommen. Nach langen Verhandlungen gelang es der Polizei, auch an jene entsicherte Granate zu kommen, welche der Angreifer die ganze Zeit in der Hand hielt.

Wie der Sender B-92 unter Berufung auf eine Sprecherin Tadics berichtete, halten die Verhandlungen mit dem Angreifer, der einen langjährigen juristischen Streit als Motiv für seine Tat angab, im Amtssitz des Präsidenten weiterhin an. Tadic war kurz nach 14.00 Uhr in seinen Amtssitz gekommen, als die Verhandlungen der Polizei mit dem Angreifer noch im Laufe waren.

Der Angreifer hatte im Jahre 2004 für öffentliches Aufsehen mit einem 80-tägigen Hungerstreik vor dem serbischen Parlament gesorgt. Das Motiv war offenbar dasselbe wie heute - der Rechtsstreit, in den auch die staatliche Luftfahrtgesellschaft JAT verwickelt sein sollte.

Der Firmenbesitzer aus Valjevo war in den 1980er Jahren im ehemaligen Jugoslawien als erster Privatunternehmer bekanntgeworden, der TV-Geräte führender Weltmarken wie Sony importierte und sie landesweit wesentlich billiger als staatliche Konkurrenzfirmen verkaufte. Seine rechtlichen Probleme dürften damit in Verbindung stehen.

(apa/red)

21.5.2009 17:29