Donnerstag, 21. Mai 2009

Ex-Kindersoldaten in Sri Lanka entführt:
Von Paramilitärs aus Lagern verschleppt

  • in manchen Fällen geht es angeblich um Lösegeld
  • Rajapakse erklärte LTTE für "vollständig besiegt"

Aus Flüchtlinglagern im Norden Sri Lankas sind nach Angaben von Menschenrechtsorganisationen Kinder entführt worden. Wie die Koalition zum Stopp des Einsatzes von Kindersoldaten berichtete, wurden die Kinder von paramilitärischen Tamilenmilizen aus den Camps in der Region Vavuniya geholt.

Die paramilitärischen Gruppen, die Sri Lankas Armee im Kampf gegen die Befreiungstiger von Tamil Eelam (LTTE) unterstützten, suchten offenbar nach früheren Kindersoldaten der Rebellen. Laut den Organisationen, zu denen Human Rights Watch und Amnesty International gehören, geht es in manchen Fällen aber auch um Lösegeld. Einige Kinder seien freigelassen worden, nachdem ihre Mütter Schmuck abgegeben hätten, sagte die Sprecherin Charu Lata Hogg.

Sri Lankas Präsident Mahinda Rajapakse hatte die LTTE für "vollständig besiegt" erklärt. UN-Schätzungen zufolge starben bei der Ende Januar gestarteten Offensive der Armee weit mehr als 6500 Zivilisten. Die 1972 gegründete LTTE hatte seit Beginn der 80er Jahre für einen unabhängigen Tamilenstaat im Norden der Insel gekämpft.

(apa/red)

21.5.2009 11:22