Dienstag, 19. Mai 2009

Friedensnobelpreisträgerin Suu Kyi: Nach Anhörung wird Prozess heute fortgesetzt

  • Mehrere Organisationen kündigten Proteste an
  • Bei Verurteilung drohen Suu Kyi fünf Jahre Haft

Der von scharfen Protesten begleitete Prozess gegen die burmesische Oppositionsführerin Aung San Suu Kyi ist heute fortgesetzt worden. Mehrere hundert Polizisten schirmten auch am zweiten Verhandlungstag das berüchtigte Gefängnis Insein ab, in dem das Gericht unter Ausschluss der Öffentlichkeit tagt. Mehrere Organisationen haben friedliche Proteste angekündigt. Etwa 100 Demonstranten versammelten sich in der Nähe des Gefängnisses.

Der Friedensnobelpreisträgerin Suu Kyi, die 13 der vergangenen 19 Jahre in Haft oder Hausarrest verbracht hat, drohen im Falle einer Verurteilung fünf Jahre Gefängnis. Angeklagt sind vier Personen: Suu Kyi und zwei ihrer Mitarbeiterinnen werden beschuldigt, gegen die Auflagen gegen den noch bis zum 27. Mai befristeten Hausarrest verstoßen zu haben, als der 53-jährige Amerikaner William Yettaw sich Zugang zum Haus der Oppositionsführerin verschaffte. Die Anwälte der 63-jährigen Friedensnobelpreisträgerin haben erklärt, Suu Kyi habe Yettaw nicht eingeladen und ihn aufgefordert zu gehen, als er ihr Haus betrat.

Unterdessen hat die Südostasiatische Staatengemeinschaft ASEAN  Burma am 2. Prozesstag gegen Aung San Suu Kyi zur Einhaltung der Menschenrechte aufgefordert. ASEAN  betrachte das Verfahren mit großer Sorge, sagte Thailands Regierungschef Abhisit Vejjajiva als derzeitiger Vorsitzender der Gruppe. Burma, seit 1962 eine Militärdiktatur, ist Mitglied der Organisation. Zahlreiche Mitglieder haben das Verfahren bereits verurteilt und die sofortige Freilassung von Suu Kyi gefordert. Die Europäische Union sprach von einem Schauprozess.(apa/red)

19.5.2009 08:39