Freitag, 22. Mai 2009

Meinungsforscher ratlos bei der EU-Wahl:
Prognosen für Urnengang äußerst schwierig

  • SPÖ und ÖVP Kopf an Kopf - FPÖ soll stark zulegen
  • Klar feststellbar: Martin legt in Umfragen deutlich zu

Gut zwei Wochen vor der EU-Wahl am 7. Juni sind die Prognosen mehr als unsicher. Die Vorhersagen für diese Wahl seien insgesamt äußerst schwierig, so der Tenor der offenbar noch recht ratlosen Meinungsforscher. Aktuell sehen die Experten weiter ein Kopf-an-Kopf-Rennen von SPÖ und ÖVP, wobei beide Parteien verlieren dürften. Die FPÖ wird demnach stark zulegen.

Im Vorteil seien die Parteien, die ihre eigene Klientel am besten mobilisieren können, sagten die Meinungsforscher Bachmayer (OGM) und Hajek. Für Hajek sind das derzeit nach wie vor diejenigen, die der EU gegenüber positiv eingestellt sind, die EU-Gegner hätten derzeit ein "Mobilisierungsproblem". Bachmayr ortet hier ein "seltsames Phänomen": Im Zuge der Wirtschaftskrise sei die Gruppe EU-Befürworter größer geworden. Und diese "grundsätzliche pro-europäisch eingestellte Gruppe" beabsichtige, "sich in höherem Maße an der Wahl zu beteiligen als die etwas geschrumpftere Gruppe der EU-Kritiker" - eine ungewöhnliche Situation, denn: Im Normalfall seien jene besser zu mobilisieren, "die sich ärgern", so Bachmayer.

Freiheitliche agieren "mit allen möglichen Mitteln"
Diese Situation würde bedeuten, dass kritische Parteien wie die FPÖ diesmal eine schlechte Ausschöpfung erreichen und ein schwächeres Ergebnis einfahren könnten. Auch der heftige FPÖ-Wahlkampf der letzten Tage weise darauf hin, dass diese These richtig sein könnte, so Bachmayer. Der Wahlslogan "FPÖ-Veto gegen EU-Beitritt von Türkei und Israel", der für heftige Aufregung gesorgt hatte, ist für Hajek ein eindeutiges Zeichen dafür, dass die Freiheitlichen "mit allen möglichen Mitteln" Leute zur Wahl bringen wollten. Wem der in der Folge ausgebrochene Konflikt mit der SPÖ letztlich nützen wird, sei offen.

Martin legt deutlich zu
Klar feststellbar ist laut Bachmayer derzeit lediglich, dass Martin seit der Bekanntgabe seines Antretens in den Umfragen sehr deutlich zugelegt hat. Er prognostiziert dem streitbaren EU-Mandatar ein zweistelliges Ergebnis.

(apa/red)

22.5.2009 11:13
MrWise, 22. 05. '09 14:42
Europawahl
Wenn ich die mediale Berichterstattung verfolge und auch die Diskussionen im privaten Bereich, so stelle ich fest, dass kaum jemand weiss, worum es geht. Es geht nicht um österr. Innenpolitik, um Denkzettel gegen österr. Politiker, um die Vertreter Österreichs "in der EU". Nein, wir sind die EU und wir stimmen ab, wer europäische Probleme zukünftig von Brüssel aus lösen soll! Es sind nicht der Herr Strache, der Herr Faymann oder der Herr Pröll, die gewählt werden! Eigenartig ist nur, dass eine der größten europäischen Parteien im Europaparlament wie die Liberalen, in Österreich gar nicht kandidieren, obwohl die im Parlament im Vergleich zu einem Einzelkämpfer wie H.P. Martin etwas bewegen könnten.
Vasant, 22. 05. '09 12:07
Dazu braucht mein keine Prognose!
Nachdem was SPÖ und ÖVP seit Jahren abziehen braucht man eigentlich keine Prognose, sondern nur reinen Menschenverstand!

Die FPÖ beschäftigt sich mit den Problemen von Jugendlichen, die keine Perspektiven mehr haben und eine SPÖ und ÖVP bemühen sich seit Jahren um die Gunst von Brüssel und wo bleibt Österreich?

Wie sollen "alte" Politiker wie Faymann und Pröll bzw. damals ein Herr Schüssel die Probleme junger Generationen denn verstehen? Was hat man gemacht?

Strache ist zwar teilweise schon sehr extrem, aber er nennt die Dinge beim Namen und gibt Hoffnung, was all die anderen Parteien seit Jahren den Wählern genommen haben und nun dürfen sich diese Herren nicht wundern!

Und auch die knapp 7 Millionen Steuergelder für deren Wahlkampagnen werden die SPÖVP nicht retten!

MEINE MEINUNG!