Meinungsforscher ratlos bei der EU-Wahl:
Prognosen für Urnengang äußerst schwierig
- SPÖ und ÖVP Kopf an Kopf - FPÖ soll stark zulegen
- Klar feststellbar: Martin legt in Umfragen deutlich zu
·Volksanwaltschaft klagt Ewald Stadler
Tritt im EU-Wahlkampf mit dem alten Amt auf
·EU-Wahlplakate sind eine Klasse für sich ...
... wenn man sie mit ein bisschen Humor nimmt
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Gut zwei Wochen vor der EU-Wahl am 7. Juni sind die Prognosen mehr als unsicher. Die Vorhersagen für diese Wahl seien insgesamt äußerst schwierig, so der Tenor der offenbar noch recht ratlosen Meinungsforscher. Aktuell sehen die Experten weiter ein Kopf-an-Kopf-Rennen von SPÖ und ÖVP, wobei beide Parteien verlieren dürften. Die FPÖ wird demnach stark zulegen.
Im Vorteil seien die Parteien, die ihre eigene Klientel am besten mobilisieren können, sagten die Meinungsforscher Bachmayer (OGM) und Hajek. Für Hajek sind das derzeit nach wie vor diejenigen, die der EU gegenüber positiv eingestellt sind, die EU-Gegner hätten derzeit ein "Mobilisierungsproblem". Bachmayr ortet hier ein "seltsames Phänomen": Im Zuge der Wirtschaftskrise sei die Gruppe EU-Befürworter größer geworden. Und diese "grundsätzliche pro-europäisch eingestellte Gruppe" beabsichtige, "sich in höherem Maße an der Wahl zu beteiligen als die etwas geschrumpftere Gruppe der EU-Kritiker" - eine ungewöhnliche Situation, denn: Im Normalfall seien jene besser zu mobilisieren, "die sich ärgern", so Bachmayer.
Freiheitliche agieren "mit allen möglichen Mitteln"
Diese Situation würde bedeuten, dass kritische Parteien wie die FPÖ diesmal eine schlechte Ausschöpfung erreichen und ein schwächeres Ergebnis einfahren könnten. Auch der heftige FPÖ-Wahlkampf der letzten Tage weise darauf hin, dass diese These richtig sein könnte, so Bachmayer. Der Wahlslogan "FPÖ-Veto gegen EU-Beitritt von Türkei und Israel", der für heftige Aufregung gesorgt hatte, ist für Hajek ein eindeutiges Zeichen dafür, dass die Freiheitlichen "mit allen möglichen Mitteln" Leute zur Wahl bringen wollten. Wem der in der Folge ausgebrochene Konflikt mit der SPÖ letztlich nützen wird, sei offen.
Martin legt deutlich zu
Klar feststellbar ist laut Bachmayer derzeit lediglich, dass Martin seit der Bekanntgabe seines Antretens in den Umfragen sehr deutlich zugelegt hat. Er prognostiziert dem streitbaren EU-Mandatar ein zweistelliges Ergebnis.
(apa/red)
