SP-Mandatar Faul mit Schimpftirade im NR:
"Eine große Papp'n und ein kleines Hirn"
- BZÖ-Abgeordneter Gerald Grosz im Verbal-Visier
- Kein Alkohol: Grosz vermutet andere Substanzen

·Stefan Petzner ist nun nicht mehr immun
Datenschutz-Verstoß: Vom NR "ausgeliefert"
·Rot-blaues Duell
statt Budget-Debatte
Plus: Budgetbegleitgesetz
trotz VP-Widerstand durch
Mit einer parlamentarischen Schimpftirade gegen den BZÖ-Abgeordneten Gerald Grosz hat es der steirische SP-Mandatar Christian Faul über Nacht zu einiger Prominenz geschafft. Dabei war Grosz ursprünglich gar nicht das Ziel der Faul'schen Ärgers gewesen, sondern ÖVP-Bauernbundchef Fritz Grillitsch, ebenfalls ein Steirer. Grosz brachte sich erst durch Zwischenrufe ins Spiel, die Faul schließlich die Nerven verlieren ließen. Die anschließenden Alko-Vorwürfe des BZÖ erwiesen sich übrigens als falsch: Ein freiwilliger Alko-Test Fauls bei der Polizei ergab nach der Rede 0,0 Promille. Mittlerweile bedauert Faul seine Aussagen über Grosz.
"Du bist genau um den Schädel zu klein, wo das Hirn drinnen sein müsste, und darum sollst du still sein!" hatte Faul gerufen. Später entgleiste er nochmals, indem er unter anderem sagte: "Sie sind für mich im Sternzeichen ein Krokodil: eine große Papp'n und ein kleines Hirn."
Faul gestand ein, dass seine Aussagen vom Dienstagabend "in diesem Haus nichts verloren haben". Er trete an und für sich immer für sachliche Debatten ein und habe in seinen zehn Jahren im Parlament bisher erst einen Ordnungsruf, nämlich den vom Dienstagabend, kassiert. Überhaupt sei Grosz "jedes Mittel recht", um Aufmerksamkeit zu erregen, kritisierte Faul: Die anderen Parteien würden kriminalisiert und als "Gauner" beschimpft.
Handshake mit dem BZÖ
Den Alkotest am Dienstagabend habe er daher aus reinem Selbstschutz gemacht, weil ihm das BZÖ sofort Alkoholismus vorgeworfen habe. Im Übrigen betonte Faul, dass ihm nach seiner Kritik an Grosz im Vertrauen auch einige BZÖ-Abgeordnete "die Hand gedrückt" hätten - von den Mandataren anderer Parteien ganz zu schweigen.
Grosz selbst forderte Faul am Dienstag zum Rücktritt auf. Nachdem die vom BZÖ ursprünglich behauptete Alkoholisierung durch einen Alko-Test widerlegt wurde, stellte Grosz die Frage in den Raum, "ob er unter dem Eindruck möglicher anderer Substanzen stand oder ob er sich schlichtweg in einem psychologisch bedenklichen Zustand befindet oder befand".
(apa/red)
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