"Intel hat Millionen Europäern geschadet":
Rekord-Kartellstrafe für den Chiphersteller
- EU verhängt Bußgeld in der Höhe von 1,06 Mrd. Euro
- Vorwurf: Dominante Marktstellung wurde missbraucht

·Milliardenstrafe für Windows-Marketing?
USA: Sammelklage gegen
"Vista Capable"-Aktion
·EU verdonnert Intel
zu einer Rekordstrafe
CNN-VIDEO: Chipbauer
muss eine Milliarde zahlen
·Die EU sorgt für
glühende Handys
Gespräche, Datenroaming
und SMS werden billiger
Die EU-Kommission hat dem weltgrößten Chiphersteller Intel eine Rekord-Kartellstrafe von 1,06 Mrd. Euro auferlegt. Intel habe seine dominante Marktstellung bei Prozessoren missbraucht, um Konkurrenten vom Markt zu verdrängen, erklärte die Kommission dazu in Brüssel. Die EU-Kommission sieht es nach jahrelangen Ermittlungen als erwiesen an, dass Intel vor allem den Rivalen AMD klein gehalten hat.
Dies soll durch unzulässige Rabatte und direkte Zahlungen an Hersteller und Händler erfolgt sein. Die europäischen Wettbewerbshüter ordneten an, dass Intel diese rechtswidrige Geschäftspolitik umgehend einstellen muss. "Intel hat Millionen europäischer Verbraucher geschadet, indem es viele Jahre lang gezielt versucht hat, Wettbewerbern den Zugang zum Computerchipmarkt zu verwehren. Ein derart schwerer und anhaltender Verstoß gegen das EU-Kartellrecht kann nicht hingenommen werden", erklärte EU-Wettbewerbskommissarin Neelie Kroes.
Intel hatte die Anschuldigungen stets zurückgewiesen. Die Rabatte hätten die Produkte für die Kunden verbilligt. Die europäische Wettbewerbsaufsicht hatte die Untersuchung vor rund acht Jahren begonnen - nach Beschwerden von AMD, dem zweitgrößten Chip-Hersteller nach Intel. Mit Intel-Chips sind 80 Prozent aller Computer ausgestattet, AMD hat noch einen Marktanteil von zwölf Prozent. Intel knebelte Computerhersteller der Kommission zufolge durch die Bedingungen für die Rabatte dermaßen, dass in einem Fall ein Produzent sogar das Angebot von AMD ausschlug, eine Million Prozessoren kostenlos zu bekommen.
Intel hat nun angekündigt, in die Berufung zu gehen, die sich laut Konzernchef Paul Otellini wohl über zwei bis drei Jahre hinziehen werde.
(apa/red)
