Euro-Superteleskope ins All geschossen: Bisher anspruchsvollste Aufgabe der ESA
- Herschel und Planck: 1,8 Milliarden Euro teuer
- Liefern nie dagewesene Einblicke ins kalte Universum

·"Kepler" auf Suche nach neuen Planeten
NASA-Weltraumteleskop nimmt seine Arbeit auf
·Start der Raumfähre
"Atlantis" geglückt
"Hubble"-Reparatur als äußerst riskante Mission
Die europäische Raumfahrtbehörde ESA hat zwei Weltraumteleskope ins All geschickt, von denen sich Astronomen Informationen aus der frühesten Zeit des Universums erhoffen. Die zusammen 1,8 Milliarden Euro teuren Instrumente Herschel und Planck starteten an Bord einer Ariane-5-Rakete vom ESA-Weltraumbahnhof Kourou in Französisch-Guyana. "Ich bin sehr glücklich", sagte ESA-Wissenschaftsdirektor David Southwood. Der Start sei sehr gut verlaufen, aber man stehe erst am Anfang des Projekts. Southwood nannte Herschel/Planck eine der ehrgeizigsten Aufgaben, die sich die ESA je gestellt habe.
Das nach dem britischen Astronomen William Herschel benannte größere Instrument ist mit über sieben Metern Höhe und 3,4 Tonnen Startgewicht das größte je ins Weltall gebrachte Teleskop. Sein Spiegel ist mit einem Durchmesser von 3,5 Metern wesentlich größer als der 2,4-Meter-Spiegel des bisher größten Weltraumteleskops Hubble, das derzeit repariert wird.
Die beiden US-Astronauten John Grunsfeld und Andrew Feustel kletterten aus der Raumfähre "Atlantis" heraus zum ersten von fünf geplanten Außeneinsätzen, bei denen Hubbel unter anderem eine neue Kamera installiert und Batterien ersetzt werden sollen. Die "Atlantis" war bereits zuvor zu ihrer elftägigen Reise aufgebrochen.
Herschel soll nie dagewesene Einblicke in das sogenannte kalte Universum liefern, indem es auch durch kosmische Staub- und Gaswolken blicken kann. Auf der Erde stationierte Instrumente können solche Beobachtungen nicht vornehmen, weil die Atmosphäre den Großteil der Infrarotstrahlung verschluckt.
(apa/red)
