Meeresschätze in Gefahr: Korallendreieck
durch Klimawandel bald völlig zerstört
- WWF: In weniger als 100 Jahren verschwunden
- Lebensgrundlage von Millionen Menschen bedroht

Alarm für die artenreichste Korallenregion der Welt: In weniger als 100 Jahren könnte dieser "Amazonas der Weltmeere" im Indischen Ozean verschwunden sein, wenn der Klimawandel nicht gestoppt werde, warnt die Umweltstiftung WWF. Damit geriete die Lebensgrundlage für mehr als 100 Millionen Menschen in den umliegenden Küstengebieten in Gefahr, heißt es in einer Studie, die der WWF bei der 1. Welt-Ozean-Konferenz in Manado in Indonesien veröffentlichte.
Doch es gibt Wege, die Katastrophe abzuwenden, schreibt die Stiftung: Weniger Treibhausgase, weniger Fischfang und weniger Meeresverschmutzung.
15 mal so groß wie Deutschland
Das Korallendreieck ist 15 mal so groß wie Deutschland und liegt zwischen Indonesien, den Philippinen, Malaysia, Papua-Neuguinea, Osttimor und den Salomonen-Inseln. Es umfasst ein Drittel der Korallenriffs der Welt und 35 Prozent der Korallenriff-Fischarten. Sollten die CO2-Emissionen bis 2020 nicht um 25 bis 40 Prozent verringert werden, würden höhere Wassertemperaturen das einzigartige Ökosystem der Korallen und die Hälfte des Fischbestandes darin zerstören, heißt es in der Studie.
Lebensgrundlage von Millionen gefährdet
Ein Drittel der 300 Millionen Menschen in der Region lebten aber von den natürlichen Ressourcen. Sie würden voraussichtlich gezwungen, die Küsten zu verlassen und sich neue Arbeit zu suchen. Der Fischfang generiert im Korallen-Dreieck derzeit jährliche Einnahmen von drei Milliarden Dollar.
"Es muss sofort entschlossen gehandelt werden oder es wird sich eine große Krise entwickeln", heißt es in dem Bericht, der sich auf 300 wissenschaftliche Untersuchungen und 20 Klimawandel-Experten beruft. "Hunderttausende einzigartiger Arten, ganze Gemeinwesen und Gesellschaften sind gefährdet." Der WWF schlug eine Reihe von Maßnahmen vor, um die Schadstoffsenkungsziele zu erreichen. Darüber wird im Dezember auf einer UN-Klimaschutzkonferenz in Kopenhagen beraten. Dabei soll ein Nachfolgeabkommen für das 2012 auslaufende Kyoto-Protokoll ausgehandelt werden. (apa/red)
