Kostbare "Rohrpost" vom Kaspischen Meer:
OMV will mit Pipeline Nabucco Erdgas geben
- Kosten für Mammutprojekt auf 7,9 Mrd. geschätzt
- Zahlreiche Konkurrenzvorhaben derzeit in Planung

·Kostbare "Rohrpost"
vom Kaspischen Meer
OMV will mit der Pipeline
Nabucco mehr Gas geben
·"Nabucco": Gas ohne Russland in Reichweite
Regierungsabkommen zu neuer Pipeline noch 2009
Zentral- und Südosteuropa wird bereits von zahlreichen Öl- und Gaspipelines durchzogen, etliche weitere sollen in den nächsten Jahren mit einem Milliarden-Investitionsaufwand folgen. Für Österreich steht das Nabucco-Projekt im Zentrum des Interesses: Hier ist die OMV-Gruppe maßgeblich beteiligt.
Das Gaspipeline-Vorhaben mit geschätzten Kosten von 7,9 Mrd. Euro hat zum Ziel, Gas aus dem kaspischen Raum über die Türkei, Bulgarien, Rumänien und Ungarn bis nach Österreich zu transportieren. Der Baubeginn für die 3.300 km lange Rohrleitung wird für 2011 anvisiert, die ersten Lieferungen mit einer Anfangskapazität von 8 bis 10 Mrd. m3 Gas werden ab 2014 erwartet.
Nabucco könnte ab 2020 bis zu 31 Mrd. m3 Gas pro Jahr aus Zentralasien und dem Nahen Osten - möglicherweise auch aus dem Iran - nach Europa bringen und dadurch die Abhängigkeit von russischen Gaslieferungen reduzieren. Einige Branchenexperten schätzen die Baukosten von Nabucco auf bis zu 10 Mrd. Euro.
Angeführt wird das Nabucco-Konsortium von der österreichischen OMV-Gruppe. Beteiligt sind an dem Projekt auch die deutsche RWE, die ungarische MOL, die türkische Botas, die Bulgarian Energy Holding sowie die rumänische Transgaz.
Zahlreiche Konkurrenz
Obwohl Nabucco schon weit gediehen ist, haben OMV & Co mit einer zahlreichen Konkurrenz zu kämpfen. Allen voran werden South Stream realistische Chancen auf eine Umsetzung zugestanden: Um 10 Mrd. Euro wollen Gazprom und die italienische Eni eine Gaspipeline bauen, die russisches Gas unter dem Schwarzen Meer nach Südosteuropa bringen soll, wobei man die Ukraine umgehen will. Russland hat sich für das Projekt bereits Partner aus Bulgarien, Ungarn und Griechenland gesichert. Ein Teil der Pipeline soll über Serbien verlaufen.
Ab 2012 soll die 520 km lange Trans Adria Pipeline (TAP) Gas über Griechenland und Albanien über die Adria nach Süditalien befördern. Die TAP ist ein 50:50-Joint-Venture der schweizerischen EGL und der norwegischen StatoilHydro. Die geschätzten Baukosten betragen 1,5 Mrd. Euro. Die Startkapazität soll 10 Mrd. m3 Gas pro Jahr betragen, sie könnte aber verdoppelt werden, um künftig bis zu 20 Mrd. m3 Gas aus dem kaspischen Raum und dem Nahen Osten nach Europa zu bringen.
Weitere wichtige Pipelines, die sich derzeit noch in der Planungsphase befinden, sind Medgaz, Galsi Pipeline und die Pan-European Oil Pipeline. Noch ist allerdings unklar, welche Vorhaben in den nächsten Jahren tatsächlich realisiert werden können.
(apa/red)

