Dienstag, 19. Mai 2009

Neuer Chef für die Bank Austria: Erich
Hampel tritt diesen Herbst vorzeitig ab

  • Rücktritt versetzt Politik in eine Alarmstimmung
  • Willi Cernko soll ihm am Chefsessel nachfolgen

Erich Hampel beendet seine Vorstandskarriere im UniCredit-Konzern vorzeitig, mehr als ein halbes Jahr vor Vertragsende. Sein Nachfolger Willi Cernko, ein alter "CA-ler" und umtriebiger Privatkundenmanager, der sich in Mailand bei UniCredit ein starkes Netzwerk aufgebaut haben soll, löst ihn im Oktober an der Spitze der Bank Austria - Subholding Osteuropa der UniCredit - ab, heißt es.

Hampel soll in der Gruppe in Aufsichtsräten in den Konzernbanken in Zentral- und Osteuropa vertreten bleiben, heißt es. Als Divisionschef Osteuropa bei UniCredit sind seine Tage mit der Rochade ebenfalls gezählt. Seit Jänner 2004 war Hampel Chef der größten Bank in Österreich, die zuerst an die HypoVereinsbank und dann vor rund vier Jahren mit dieser zusammen an die italienische UniCredit verkauft wurde. Mit fortschreitendem Konzernumbau war auch bei der Bank Austria ein zunehmender Machtverlust in Richtung Mailand verbunden.

Dass die Mailänder UniCredit mitten in den Verhandlungen um österreichisches Staatskapital für die Bank Austria deren Bankboss und Chefverhandler Erich Hampel den Rücktritt erklären lässt, hat Regierung und Hochfinanz vor vollendete Tatsachen gestellt. Spekulationen über größeren Unstimmigkeiten zwischen Wien und Mailand machen die Runde.

Geld soll nicht nach Mailand abfließen
In informierten Kreisen ist jetzt von Absicherungen die Rede, die verhindern sollen, dass das von Österreich eingeschossene staatliche Geld nach Mailand abfließt. Etwa durch fixe Eigenkapitalquoten für die Bank in Wien, wie es in Finanzkreisen heißt, sanktionierbar mit vorzeitiger Rückzahlung.

Um sicherzustellen, dass die Bank Austria in der Zeit der Nutzung der Staatshilfe die gleiche Bank sein werde wie heute, werde es, so Finanzminister Pröll (ÖVP), wie für alle Banken "Vorgaben und Auflagen" geben. Details dazu wollte er aber nicht öffentlich diskutieren.

Hampels formal designierter Nachfolger an der Bank Austria-Spitze, Willi Cernko (geboren 1956) ist gebürtiger Steirer. Seine Bankerlaufbahn startete er bei Raiffeisen. Cernko tritt seinen neuen Job an der Spitze der Bank Austria offiziell voraussichtlich im Oktober an.
(apa/red)

19.5.2009 17:23