Massenentlassungen in Wien-Simmering?
Steyr-Panzerwerk will 120 Arbeiter kündigen
- Bei Traditionsbetrieb herrschte zuletzt Auftragsflaute
- Fixierter Großauftrag mit tschechischem Heer platzte

·Bei Engel drohen bis
zu 400 Kündigungen
Maschinenbauer leidet
unter Auftragsflaute
·Krise beschert uns
"grindiges Quartal"
Wirtschaft ist um ganze
2,8 Prozent geschrumpft
Steyr-Daimler-Puch Spezialfahrzeuge (SSF) hat 120 der 450 Mitarbeiter in ihrer Panzerfabrik in Wien-Simmering beim Arbeitsmarktservice (AMS) zur Kündigung angemeldet. Für eine Stellungnahme war bei Steyr SSF niemand erreichbar. Das Unternehmen in Wien-Simmering gehört zu 100 Prozent dem US-Rüstungskonzern General Dynamics.
Der österreichische Traditionsbetrieb war in den vergangenen Monaten bei mehreren Ausschreibungen für Großaufträge leer ausgegangen, berichtete der "Kurier". Ein bereits fixierter Auftrag der tschechischen Armee mit einem Volumen von rund 800 Mio. Euro wurde auf Druck des tschechischen Verteidigungsministeriums halbiert. In Slowenien, wo sich Steyr SSF ebenfalls um einen Radpanzer-Großauftrag beworben hatte, machte der finnische Steyr-Konkurrent Patria das Rennen. Jetzt ermittelt die slowenische Justiz deswegen gegen finnische Manager wegen des Verdachts auf Bestechung.
Zuletzt konnte der Wiener Rüstungsproduzent nicht einmal das österreichische Bundesheer von seinem Angebot überzeugen. Den Auftrag über 150 Mehrzweckfahrzeuge im Wert von 104 Mio. Euro erhielt der italienische Konkurrent IVECO.
(apa/red)

