Freitag, 15. Mai 2009

Auch bei Nike muss man jetzt leise treten:
Sportartikelriese wird 1750 Stellen streichen

  • Fünf Prozent der weltweit 35.000 Arbeitsplätze weg
  • Auch Konkurrent Adidas gibt 1000 Mitarbeiter ab

Der weltgrößte Sportartikel-Hersteller Nike streicht angesichts der Wirtschaftskrise so viele Stellen wie nie zuvor. In den kommenden Wochen sollten 1.750 Arbeitsplätze abgebaut werden, kündigte Nike am Donnerstag an. Das entspricht 5 Prozent aller Mitarbeiter. Auch Nikes deutscher Rivale Adidas will heuer wegen der Krise rund 1.000 Stellen streichen. Puma will die Kosten ab 2011 um 150 Mio. Euro senken.

Angesichts rückläufiger Umsätze tritt Nike derzeit in vielen Bereichen auf die Kostenbremse. Bei den Zulieferern wurden die Kosten gesenkt und der Konzern fuhr seine Werbeausgaben nach den Olympischen Spielen in Peking deutlich herunter. Im März kündigte Nike bereits einen Produktionsstopp in vier Fabriken in Vietnam und China an. Dort sind Leih- und Zeitarbeiter beschäftigt, die nicht direkt bei Nike angestellt sind.

Der nun angekündigte Jobabbau fiel höher aus als es der Konzern im Februar angedeutet hatte. Betroffen sein werden auch rund 500 Arbeitsplätze in Nikes Firmenzentrale in Baeverton im US-Bundesstaat Oregon. "Die Entscheidung, Stellen abzubauen, ist uns sehr schwer gefallen", sagte Firmenchef Mark Parker. Mit der neuen Struktur werde der Konzern weltweit weiter wachsen.

Gewinn halbiert
Nike hatte den weltweiten Wirtschaftsabschwung auch dank einer breiten Fächerung seines Angebots lange mehr oder weniger unbeschadet überstanden. Zuletzt bekam aber auch der Konzern mit dem "Swoosh"-Logo den Abschwung immer deutlicher zu spüren. Im zurückliegenden Quartal halbierte sich der Gewinn beinahe auf 244 Mio. Dollar (180 Mio. Euro) und der Umsatz ging zurück - vor allem in Europa.

Bei den Nike-Rivalen Adidas und Puma sieht die Lage noch düsterer aus. Zu Jahresbeginn brach der Gewinn bei den Firmen aus dem fränkischen Herzogenaurach um über 90 Prozent ein, weshalb die Konzerne umfangreiche Sparprogramme aufgelegt haben. Adidas will ab 2010 jährlich mindestens 100 Mio. Euro einsparen. Der deutlich kleinere Puma-Konzern will die Kosten ab 2011 sogar um bis zu 150 Mio. Euro senken. Der Branchendritten plant in einzelnen Bereichen Personal abbauen, in anderen indes aufstocken, so dass die Zahl von rund 10.000 Mitarbeitern konstant bleiben würde.

(apa/red)

15.5.2009 16:21