Der Streit in der Post spitzt sich weiter zu:
Gewerkschaft bekommt SPÖ-Schützenhilfe
- ÖIAG wird zu weiteren Verhandlungen aufgefordert
- Postführung dementiert Gefahr für Arbeitsplätze
·Briefträger haben
nicht viel zu tragen
Post will mit Auslagerung
35 Millionen einsparen
·Österreich gibt dem
Posthorn den Ton an
Unternehmen bleibt
im Besitz des Staates
·Hundstorfer fordert
mehr Geld für uns alle
SPÖ-Minister will den
'sozialen Frieden' erhalten

Im Arbeitskonflikt bei der Österreichischen Post bekommt die Gewerkschaft Unterstützung von der SPÖ. SPÖ-Bundesgeschäftsführer Kräuter betonte: "Die SPÖ erklärt sich mit den tausenden bedrohten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern solidarisch und fordert das ÖIAG- und Postmanagement im Interesse des sozialen Friedens auf, sofort zu fairen Verhandlungen mit der Belegschaftsvertretung zurückzukehren."
An den für den Staatsanteil an der Post zuständigen "und somit letztverantwortlichen Finanzminister" appellierte Kräuter, "der fortschreitenden Zerstörung des ländlichen Raumes nicht tatenlos zuzusehen". Der oberösterreichische SPÖ-Vorsitzende Haider meinte, was das Postmanagement unter Billigung des zuständigen Eigentümervertreters Pröll jetzt tue, diene ausschließlich den Gewinn-Interessen der Aktionäre. Der Finanzminister habe daher die Pflicht, diese Maßnahmen zu stoppen.
Weder Pröll noch die für die Postzustellung verantwortliche Verkehrsministerin Bures haben sich bisher zu dem Postkonflikt zu Wort gemeldet. Dafür ging heute der Schlagabtausch zwischen dem Postmanagement und der Postgewerkschaft weiter. Die Post sei weiterhin an einem neuen Kollektivvertrag interessiert, weist das Unternehmen Vorwürfe von Postgewerkschaftschef Gerhard Fritz zurück. Dieser hatte dem Vorstand vorgeworfen, aus den laufenden Verhandlungen für einen Post-KV ausgestiegen zu sein.
Vorstand lädt zu Gespräch
Der Postvorstand lädt die Postgewerkschaft zu einem Gespräch über den aktuellen Konflikt um die geplante Teilprivatisierung der Briefzustellung ein. Die Postgewerkschaft nahm die Einladung an. Auf Anfrage hieß es von der Post AG, das Projekt werde weiter verfolgt wie bisher.
Die Postgewerkschaft sei über Auslagerungen im Briefdienst stets informiert gewesen. Es habe mehre Gespräche über den Einsatz von Partnerfirmen in der Briefzustellung gegeben. Dem widerspricht die Postgewerkschaft. Die Streikvorbereitungen Mitte nächster Woche würden daher "unbeirrt fortgesetzt".
Keine 6.000 Arbeitsplätze in Gefahr
Die Postführung sieht keine 6.000 Arbeitsplätze in Gefahr
Heuer werde es zu keinen betriebsbedingten Kündigungen kommen und der von der Postgewerkschaft kolportierte Verlust von 6.000 Arbeitsplätzen sei nicht nachvollziehbar, so die Post. Die Mitarbeiterstruktur der Österreichischen Post AG lasse diese Zahl nicht einmal in Gedankenspielen zu, da von den rund 11.000 Briefträgern der Post drei Viertel unkündbar seien.
Die börsenotierte teilstaatliche Post will rund 5 Prozent der Zustellleistung im Briefbereich an Tochterunternehmen bzw. private Firmen vergeben, was Einsparungen von 6 Mio. Euro bringen soll. Die Postgewerkschaft hat daraufhin mit Streik gedroht und will sich am 20. Mai den Streikbeschluss holen.
(apa/red)

