Mittwoch, 13. Mai 2009

Magna will bei Opel nun aufs Ganze gehen:
Mit russischer Hilfe Übernahme angestrebt

  • Deutscher Wirtschaftsminister Guttenberg fordert Eile
  • Noch kein Kommentar von den beteiligten Konzernen

Im Bieterstreit um Opel strebt der Zulieferkonzern Magna nach einem Pressebericht nun nach dem Konkurrenten Fiat ebenfalls die Mehrheit an der General Motors-Tochter an. Das neue Konzept soll möglicherweise bereits diese Woche in Berlin vorgelegt werden.

Während Manager der Opel-Mutter sich von eigenen Aktien ihres Unternehmens trennten, verlangte der deutsche Wirtschaftsminister Guttenberg schnelle und konkrete Konzepte. Um im Falle einer GM-Insolvenz handlungsfähig zu bleiben, sprach sich der Minister nach einem Treffen mit Gewerkschaftern und dem Opel-Betriebsrat erneut für ein Treuhändermodell aus. Damit könnte ein direkter Einstieg des Staates bei Opel vermieden werden.

Bisher hatte Magna, das selbst weiterhin weniger als 20 Prozent übernehmen will, sich gemeinsam mit der russischen Sberbank nur einen Anteil von bis zu 50 Prozent zum Ziel gesetzt. Nun peile die staatlich kontrollierte Bank an, ihren bisher vorgesehenen Anteil von rund 30 Prozent an der neuen Opel-Gesellschaft aufzustocken, sagten mehrere mit der Situation vertraute Personen der Zeitung.

In deutschen Regierungskreisen hieß es indes einschränkend, die "Halbwertszeit" von Vorschlägen diverser Investoren "sei nicht besonders hoch". Noch sei der neue Plan nicht endgültig fixiert, hieß es auch in Unternehmenskreisen. Sprecher von Opel und Magna wollten die Informationen nicht kommentieren. Die Sberbank äußerst sich bisher überhaupt nicht zu dem Thema. Die Opel-Händler haben nach Angaben ihres Verbands Euroda bisher keine Präferenz für einen Interessenten.
(apa/red)

13.5.2009 11:50