Mittwoch, 13. Mai 2009

Arbeiter, passt auf euer Geld schön auf:
Steuern und Sozialbeiträge sind gestiegen

  • Geringverdiener und Familien besonders betroffen
  • Lohnnebenkosten weit über OECD-Durchschnittswert
    Ihre MEINUNG: Ist es Zeit für eine Steuer-Reform?

Österreichs Arbeiter haben es derzeit nicht leicht. Zuerst die Kurzarbeit und nun das: Steuern und Sozialbeiträge für deren Einkommen sind erneut gestiegen, nun schon das vierte Jahr in Folge, während im OECD-Mittel für die meisten Haushaltstypen eigentlich leichte Entlastungen verbucht wurden.

In allen untersuchten Haushaltstypen lag in Österreich im vergangenen Jahr die Abgabenlast höher als im Jahr 2000. Besonders deutlich war die Steigerung bei Gering- und Durchschnittsverdienern sowie bei Familien mit Kindern. Dies geht aus den jüngsten Berechnungen der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) hervor, die in Paris veröffentlicht wurden.

So blieben 2008 laut der Studie "Taxing Wages" bei einem zum Durchschnittslohn beschäftigten Single von 100 Euro, die dieser seinem Arbeitgeber kostet, nach Abzug von Steuer und Sozialbeiträgen (Arbeitgeber- und Arbeitnehmeranteil) noch 51,2 Euro netto übrig (52,7 Euro im Jahr 2000). In der OECD sind nur in Belgien, Ungarn, Deutschland und Frankreich die Gesamtabzüge höher. Im OECD-Mittel blieben der gleichen Personengruppe bei 100 Euro Arbeitskosten 62,6 Euro netto in der Tasche, das entspricht einer Gesamtabgabenquote auf die Arbeitskosten von 37,4 Prozent. In den EU-Staaten liegt die Abgabenquote hier bei 42,8 Prozent, in Österreich bei 48,8 Prozent.

Besonderheit in Österreich
Durch die Berechnung der Steuer- und Abgabenlast für nahezu das gesamte Einkommensspektrum wird im OECD-Bericht eine Besonderheit des österreichischen Systems beleuchtet: Anders als die progressive Einkommenssteuer vermuten lässt, sinkt in Österreich zumindest bei Alleinstehenden die Belastung der Arbeitseinkommen ab einem bestimmten Punkt wieder. Abgesehen von Deutschland und Spanien gibt es einen solchen Verlauf der Steuer- und Abgabenbelastung in keinem anderen OECD-Land.

So fallen in Österreich für Singles mit einem Jahresgehalt von rund 54.900 Euro mit 52,1 Prozent die höchsten Abzüge durch Steuern und Sozialbeiträge an. Bei 90.000 Euro Jahresgehalt müssen dagegen nur noch 49,1 Prozent der Arbeitskosten (Bruttoverdienst plus Sozialbeiträge Arbeitgeber) an Sozialkassen und Staat abgeführt werden. Die Steuer- und Sozialabgabenquote liegt damit wieder auf dem Niveau eines Arbeitnehmers mit 41.350 Euro Jahresgehalt. Hintergrund für diesen Effekt ist die große Bedeutung der Sozialabgaben, die aufgrund der Beitragsbemessungsgrenzen ab einem gewissen Einkommen völlig wegfallen.

Familien mit Kindern besonders belastet
Für Alleinstehende ohne Kinder liegen die Abzüge vom Bruttolohn in Österreich um rund ein Viertel über dem OECD-Schnitt. Auch Familien mit Kindern und Alleinerziehende sind in Österreich im OECD-Vergleich überdurchschnittlich stark belastet. Hier ist der Abstand zum OECD-Mittel zwar kleiner, dafür sind hier die Belastungen in den vergangenen Jahren weit stärker gestiegen: So stiegen für einen verheirateten Durchschnittsverdiener mit zwei Kindern (Partner arbeitet nicht) die Steuern und Sozialabgaben zwischen 2000 und 2008 um 3,2 Prozentpunkte auf 38,4 Prozent der Arbeitskosten. Für Alleinerziehende (zwei Kinder, zwei Drittel des Durchschnittsgehalts) erhöhte sich die Abgabenlast im gleichen Zeitraum von 25,1 auf 28,8. Prozent Für einen unverheirateten gut verdienenden Arbeitnehmer ohne Kinder (167 Prozent des Durchschnittsgehalts) stieg die Steuer und Abgabenquote im gleichen Zeitraum dagegen nur um 0,5 Prozentpunkte auf 50,9 Prozent.

Als Durchschnittslohn wird von der OECD der durchschnittliche Jahresbruttoverdienst eines Vollzeitarbeitnehmer in der Privatwirtschaft herangezogen (Österreich 2008: 38.653 Euro). Ausgedrückt in US-Dollar zu Kaufkraftparitäten (US-Dollar PPP) entspricht das 43.891 US-Dollar PPP. Im OECD-Schnitt lag das durchschnittliche Jahresbrutto bei 35.394 US-Dollar PPP (ungewichtetes Mittel).

(apa/red)

13.5.2009 09:50
Ulf01, 13. 05. '09 08:08
8 Stunden Arbeit für 1 Stunde Gegenleistung
Ein österreichischer Facharbeiter (z.B. Automechaniker) muß ca. 8 Stunden arbeiten um mit seinem Nettoeinkommen eine Mechanikerstunde bezahlen zu können! Dieser Umstand sollte zum Nachdenken anregen!
antikapitalist, 12. 05. '09 20:13
JEDER IST SEINES GLÜCKES SCHMIED...
...aber es ist ja doch soooo bequem,den anderen das zu neiden wozu man selbst unfähig ist!!! Man verbindet sich lieber mit der masse anstatt die verantwortung bei sich selbst zu suchen und mal nachdenken warums eigentlich nicht gut läuft!!!...
galileo2, 12. 05. '09 21:51
Re: JEDER IST SEINES GLÜCKES SCHMIED...
ich kann dir mit diesem spruch nur beipflichten.
hary1965, 12. 05. '09 13:01
Vernünftige Diskussionen
Es wäre vom Vorteil genau zu betrachten dass in Österreich ohnehin und besonders der Mittelstand sehr hohe Stuern zahlt, wenn diese Leute dann mit Fleiß und Sparsamkeit etwas erwerben Zb. Eigenheim oder sonstigen Besitz und auch diesen noch beim Erwerb Versteuern. Wenn nun selbsternannte Nachfahren von Robin Hood im Bereich der Grünen und SPÖ, eigentlich eher Nachfahren von Raubrittern, die selbst höhe Löhne von Steuernzahlern kassieren, dieses Vermögen nocheinmal versteuern wollen, was einer langsamen Enteignung gleichkommt, damit es Asylwerbern, Arbeitsunwilligen und anderen Beziehern zugute kommt (Wählerstimmen), dann sollte diesen einmal erklärt werden das Kommunistisches Gedankengut ebenfalls ewig gestrig ist und den Staat mit Sicherheit noch ärmer machen wird, aber denken=Glücksache
Susie4, 12. 05. '09 13:25
Re: Vernünftige Diskussionen
Völlig richtig!! In Österreich wirst du abgezockt, wenn du dir etwas geschaffen hast, jahrelang gelernt hast und dann etwas mehr verdienst als der Durchschnitt. Den Sozialstaat ausnutzen und betrügen - das ist "in" - Eigenverantwortung wird mit "Reichensteuer" bestraft.
Nix lernen, nix verdienen und viele Kinder in die Welt setzen etc. - das wird belohnt.
hary1965, 12. 05. '09 14:03
Re: Vernünftige Diskussionen
Wenn Leute viele Kinder in die Welt setzen, sie lieben, für sie da sind, und dafür sorgen dass sie wertvolle Menschen werden, die später mal Verantwortung übernehmen spricht nichts dagegen dass der Staat dafür auch zahlt, er bekommt in solchen Fällen mehr zurück. Wenn Kinder jedoch wie es oft bei Ausländern der Fall dafür da sind um Beihilfen zu bekommen oder nicht abgeschoben werden, diese Kinder ungebildet herumlungern, nichts lernen nichteinmal die Sprache ihres Gastlandes verstehen dann wird es an der Zeit solches nicht zu unterstützen, wenn in Österreich nicht so viel Geld für Sozialleistungen fließen würde wären solche Probleme bald Vergangenheit, aber Dank unserer Grünen die komischerweise kaum jemand wählt und trotzdem großen Einfluss auf die Politik haben, gibt es diese Probleme
irgendwer01, 13. 05. '09 07:28
Re: Vernünftige Diskussionen
Ja ist leider so in Österreich. 48,8 % Abgabenquote !!! Das ist Wegelagerei und Diebstahl. Im (armen) Mittelalter haben einen die Lehnsherren den Zenten abgenommen. Da wären wir viel besser dran mit 10 % Abgabenquote. Warum muß der Staat und die SV soviel jedes Monat abcashen? Ich brauche keine Förderungen vom Staat wie Familienbeihilfe, Pendlerpauschale, Sonderausgaben, Wohnbauförderung, etc. ... alles unnötig; aber bitte nicht jedes Monat diese horenden Gehaltsabzüge. Ich schätze durch diese ganze Umverteilung vom Staat gehen für jeden Euro Einnahmen mindestens 50 Cent für Verwaltung oder Sonstiges verloren. Man kann halt in Österreich nur auf eine Art erfolgreich werden: Rot wählen, blau machen und schwarz arbeiten lol
sidestep, 12. 05. '09 12:40
Für was eine neue Steuerreform?
Damit uns die Lügner der Nation - die Politiker - noch mehr abzocken?
maik1, 12. 05. '09 16:12
Re: Für was eine neue Steuerreform?
Möchte mal wissen was die Politiker sagen würden, wenn sie ein durchnittseinkommen eines arbeiters hätten, sagen wir 1200 euro was sie dann machen würden? Die verdienen viel zu hoch für das das sie nicht viel für uns bürger tun!