Donnerstag, 14. Mai 2009

Hundstorfer fordert mehr Geld für uns alle:
Minister will den "sozialen Frieden" erhalten

  • SPÖ-Politiker unterstützt "moderate Lohnerhöhungen"
  • "Gewerkschaft zu tragfähigen Kompromissen bereit"
    IHRE MEINUNG: Gehaltserhöhungen trotz der Krise?

Tausende Demonstranten haben für Sozialminister Hundstorfer ein Zeichen gesetzt: Beim Protestmarsch durch die Straßen Wiens sei aufgezeigt worden, wie viel ein sozialer Frieden tatsächlich wert ist. "Moderate Lohnerhöhungen" legt der SPÖ-Minister den Unternehmen aber auch aus einem anderen Grund nahe: Der Volkswirtschaft würden höhere Löhne einen großen Dienst erweisen.

Die jüngste Demonstration in Wien, an der sich bis bis zu 25.000 Arbeitnehmer beteiligten, habe laut Hundstorfer einmal mehr die Stärke der Gewerkschaften aufgezeigt. Der Sozialminister wies bei seiner Forderung für eine Erhöhung der Löhne auch darauf hin, dass diese rasch ausgehandelt werden könnten: "Die österreichischen Gewerkschaften hätten immer bewiesen, dass man sehr wohl zu sehr tragfähigen, vernünftigen Kompromissen kommen könne."

Arbeitnehmer eroberten Wiens Straßen
Die schleppenden Kollektivvertrags-Verhandlungen haben am Mittwochnachmittag zwischen 15.000 und 25.000 Arbeitnehmer in Wien auf die Straße gebracht. Angeführt von ÖGB-Chef Erich Foglar und AK-Präsident Herbert Tumpel zogen sie bei strahlenden Sonnenschein vom Schwarzenbergplatz - dem Sitz der Industriellenvereinigung - zur Wiedner Hauptstraße, wo die Wirtschaftskammer ihren Hauptsitz hat. Foglar fand dabei klare Worte für die Kritiker der Protestveranstaltung: "Wir demonstrieren wie wir wollen, wann wir wollen und wo wir wollen." Er erinnerte daran, dass erst kürzlich die Milchbauern und die Schüler auf die Straße gegangen sind.

Zuvor hatte Vizekanzler Finanzminister Josef Pröll gemeint: "Ich hätte einen anderen Weg gewählt, weil ja noch nicht einmal Verhandlungen abgebrochen worden sind." Er sei aber überzeugt davon, dass angesichts der Krise schlussendlich mit maßvollen Verhandlungen maßvolle Lösungen zwischen den Sozialpartnern gefunden werden könnten. Wirtschaftsminister Reinhold Mitterlehner zeigte sich heute "einigermaßen enttäuscht". Er finde Demonstrationen zum jetzigen Zeitpunkt für überzogen. Vom Bundesvorsitzenden der Christgewerkschafter, ÖGB-Vizepräsident Norbert Schnedl, hieß es hingegen: "Die Kaufkraft für alle zu steigern, ist das Gebot der Stunde."

Keine Einigung in zehn Branchen
Alle Redner erinnerten heute daran, dass es in zehn Branchen trotz zahlreicher Verhandlungsrunden noch keine Einigung gegeben habe, wobei die IT-Beschäftigten schon fünf Gesprächsrunden hinter sich hätten und die Drucker gar acht. Besonders viel Applaus erntete der oberste Post-Gewerkschafter Robert Wurm. "Wir sind nur die Vorhut, die Gewerkschaft ist eine Kampforganisation. Wir lassen uns nichts gefallen!", meinte Wurm. Zuvor hatten Belegschaftsvertreter das Verhalten der Arbeitgeberseite als eine "Schweinerei" und "Frechheit" bezeichnet. Es wurde darauf verwiesen, dass alleine im Vorjahr die börsenotierten Unternehmen in Österreich 1,9 Mrd. Euro an ihre Aktionäre ausgeschüttet hätten. "Auf unsere Kosten wird zuerst abkassiert, und dann werden wir abserviert", hieß es.

Die Wirtschaftskammer Österreich konterte mit einem Plakat am Hauptquartier: "Seriös verhandeln ja - Schüren von Emotionen nein." Zuvor hatten die Arbeitgeber in einer Pressekonferenz erklärt, sie können sich eine stufenweise Anhebung der Kollektivverträge (KV) vorstellen, wie das in Deutschland zwischen Unternehmen und der Gewerkschaft IG Metall ausverhandelt wurde. Dort einigte man sich im November des Vorjahres auf eine zweistufige Entgelterhöhung von insgesamt 4,2 Prozent, Einmalzahlungen sowie die Möglichkeit für betriebliche Sonderregelungen. Im Mai 2009 sollte die zweite Stufe folgen, doch bereits im April hatten die deutschen Arbeitgebervertreter die Beschäftigten aufgefordert, auf diese Erhöhung zu verzichten.
(apa/red)

14.5.2009 09:56
Wilfried1931, 14. 05. '09 13:19
Alle wollen mehr Geld
Das sollte Herrn Hundsdorfer wohl klar sein, und wie die Sozialisten das Füllhorn für ihr Klientel immer ausgeschüttet haben zeigt die drei Tage vor der Wahl beschlossene Hacklerregelung, Kosten mehre Milliarden, und davon profitieren Beschäftigte wiedermal im geschützen Bereich, alle anderen hatten einfach keine 40 Jahre durchgehende Beschäftigung. Wie es echten Schwerarbeitern geht war jeden der Politiker völlig egal. Herrn Hundsdorfer und anderen Gewerkschaftern müßte einmal erklärt werden wo Geld überhaupt herkommt? Sie haben es bisher nur vom Staat oder Zwangsmitgliedern bekommen. Wenn sie selbst Gewerbstätig waren kommt BAWAG oder Konsum heraus. Mit solchen Gewergschaften und Politikern kann nur ein Fiasko in der Wirtschaft herauskommen, bisher lief es von selbst gut...
torti99, 15. 05. '09 06:56
Re: Alle wollen mehr Geld
Herr Hundsdorfer hat ja auch mal gesagt, wenn man jetzt in Kurzarbeit ist verdient man nur 100 bis 200 Euro weniger im Monat, dabei hat er aber anscheinend auf Schichtzulagen vergessen, denn tatsächlich fehlen monatlich oft bis zu 700 Euro. Aber da sieht man ja auch wie viel Ahnung unsere sogenannten "Volksvertreter" vom tatsächlichen Leben haben. Ob das alles noch gut ausgeht bezweifle ich mittlerweile!
Betrachter, 13. 05. '09 21:27
Befürworter des Streiks
Ich finde die Demonstration berechtigt. Viele Unternehmer die jetzt nach einer Nulllohnrunde schreien, nutzen die momentane Situation um Löhne zu drücken und Mitarbeiter zu entlassen. Wo sind die Millionen- und Milliardengewinne der letzten Jahre? Da haben die Mitarbeiter auch nichts abbekommen - sie sollten nun auf Lohnerhöhung verzichten damit die Manager und Geschäftsführer weiterhin hohe Boni erhalten. Solange die Verursacher der momentanen Krise nicht zur Verantwortung gezogen werden, wird es auch wenig Verständnis für Nullohnrunden und andere Verschlechterungen geben.
Wir werden noch sehr viel Geld benötigen um die Milliarden, die derzeit die Regierung in die Banken und Industrie steckt, zu bezahlen. Schlussendlich wird wieder der kleine Steuerzahler dafür aufkommen müssen.
Rasso, 14. 05. '09 10:54
Re: Befürworter des Streiks
aber gegen die Lehrerstreiks war der Großteil der Bevölkerung - jetzt erwischt es jeden - nicht nur die Lehrer
Wilfried1931, 14. 05. '09 13:24
Re: Befürworter des Streiks
im Grunde kommen dafür wieder die Unternehmen auf sie zahlen ihre und die Steuern der Arbeitnehmer und ohne Unternehmen gibt es überhaupt kein Einkommen für Arbeitnehmer das sollte auch einmal klar sein und der Quatschfakter der Sozialisten die Reichen denen geht es gut die gibt es nur in deren Hirnen viele Unternehmen kämpfen einfach ums Überleben und werden zur genüge belastet und Arbeitnehmer die dies nicht kapieren sollten selbst ein Unternehmen gründen wer hindert sie daran??
antikapitalist, 13. 05. '09 17:36
JEDER IST SEINES GLÜCKES SCHMIED...
...aber es ist ja sooo bequem anderen die mehr haben,dieses zu neiden!!! man ist ja stark in der masse!
Gemeindeberg, 13. 05. '09 08:30
NEIN zur DEMO während AK Wahl
VOLLKOMMEN UNGERECHTFERTIG!
Das ist eineDEMO während AK Wahlen.
Rote Sauerei
peppinator, 13. 05. '09 08:08
Steik
Gengen was streiken die eigentlich. Die Chef´s werden sich leichter tun, die Leute zu finden von denen sie sich trennen müssen.
Jedem Streikenden der heute sagt er ist nicht schuld an der Krise mag man recht geben, aber ist "sein" Arbeitgeber schuld an der Kriese????? Alos Hirn (so vorhanden) einschalten, Ärmel hochkrempeln und durch
MrMedia, 13. 05. '09 10:22
Re: Steik
Ich bin auch für den Streik, den wenn genug Umsatz erwirtschaftet wird so wie beim Großkonzern Mc Donalds, dann soll auch eine Lohnerhöhung kommen.
Kollektivvertrag is ja lächerlich momentan in meinem Fall.