Montag, 11. Mai 2009

"Der freie Fall der Wirtschaft ist gestoppt":
US-Großinvestor prophezeit Ende der Krise

  • Soros: Findet bald konjunkturelle Erholung statt
  • Hälfte des Abschwungs wird wieder wettgemacht

Der US-Großinvestor George Soros erwartet eine Erholung der Weltkonjunktur. "Der freie Fall der Wirtschaft ist gestoppt, der Kollaps des Finanzsystems abgewendet", sagte Soros der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung". "Die allgemeine Panik, in der alle nur Geld gehortet haben, ist vorbei." Die anschließende konjunkturelle Erholung werde voraussichtlich etwa die Hälfte des vorherigen Abschwungs wettmachen und dann in eine Stagnation übergehen.

Dem Dollar als Leitwährung wird Soros zufolge so schnell keine andere Währung den Rang ablaufen. Der Euro habe seine eigenen Schwierigkeiten, der chinesische Renminbi biete keine Alternative. "Ich sehe nicht, dass der Dollar gegen den Euro groß an Wert verliert, im Gegenteil", sagte Soros.


Von Deutschland erwartet der Investor mehr Initiative in der Wirtschaftskrise. Die Bundesregierung müsse mehr tun, um die Konjunktur anzukurbeln. Außerdem solle sich Deutschland nicht länger gegen die Emission von EU-Anleihen sträuben. "Der Markt für EU-Anleihen wäre viel liquider als der heutige Markt für Bundesanleihen. Deshalb würden die Zinskosten zurückgehen", erläuterte Soros. Deutschland solle zugleich aber auf eine größere Mitsprache in der nötigen Schuldenverwaltung dringen. (apa/red)

11.5.2009 10:05