Montag, 11. Mai 2009

"Missverständnis" bei Drucker-Verhandlung:
Arbeitgeber dementieren Vertragseinigung

  • Verbandspräsident: Angebot war "ungenügend"
  • Gewerkschaft hatte zuvor eine Einigung verkündet

Als "Missverständnis" bezeichnen die Arbeitgebervertreter die von der Gewerkschaft angekündigte Einigung im Drucker-Streik. Michael Hochenegg, Präsident des Verbands Druck Medientechnik, sieht jedenfalls keine klare Einigung, im Gegenteil - er habe die Gespräche mit der Gewerkschaft in der Nacht unter Protest abgebrochen, mit dem Argument, das Angebot der Gewerkschaft sei "ungenügend".

Eine Entscheidung über die Annahme des Krisenpakets fällen die Verbandsgremien am Freitag. Nachdem Hochenegg den Verhandlungstisch verlassen hatte, haben zwei seiner Kollegen die Gespräche weiter geführt und "unter Verwendung meines Namens" eine Einigung gefunden. "Das entspricht aber weder meiner Meinung, noch der des Verbandsvorstandes", so Hochenegg. Dennoch werde er das Angebot seinen Gremien "vortragen", die von Freitag bis Sonntag in Linz tagen. Am Freitag soll im Rahmen einer Generalversammlung über den Kompromiss abgestimmt werden. "Von einer Einigung kann man aber erst sprechen, wenn die Gremien zustimmen und der Kompromiss unterschrieben ist."

Die Gewerkschaft spricht hingegen von einer "sehr guten Einigung". Franz Bittner, stellvertretender Vorsitzender der Gewerkschaft der Privatangestellten, Druck, Journalismus, Papier (GPA-djp), sagte, die Verhandlungspartner hätten sich auf ein Krisenpaket geeinigt, in dem sie den Arbeitgebern "einige Zugeständnisse gemacht" haben. Das Krisenpaket berücksichtigt die aktuelle schwierige wirtschaftliche Situation und soll bis 31. Dezember 2010 gelten.

Trotz diesem ersten Einigungsschritt will Bittner in jenen Betrieben, in denen es vorgesehen war, am Montag die Urabstimmungen über einen möglichen Streik vorsorglich durchführen lassen, "ohne dabei den Betrieb zu stören". Er selbst werde seinen Leuten empfehlen, das Paket anzunehmen.

(apa/red)

11.5.2009 12:26