Liga-Triumph: ÖFB-Meistertitel ist für Red Bull Salzburg aber nur ein Etappenziel
- Marc Janko herausragender Spieler der Saison
- Mit Stevens Anlauf Richtung Champions League

·Meister! Feierlaune bei Red Bull Salzburg!
Kapitän Zickler stolz:
"Wir sind überglücklich!"
Anders als in der vergangenen Saison ist Red Bull Salzburg diesmal der klaren Favoritenrolle gerecht geworden und hat den österreichischen Fußball-Meistertitel 2009 gewonnen. Mit dem zweiten Liga-Triumph seit der Übernahme durch den Energy-Drink-Milliardär Dietrich Mateschitz im Jahr 2005 ist aber nur ein Zwischenziel erreicht worden, denn nun sollen endlich auf internationaler Ebene nennenswerte Erfolge her.
Den dritten Anlauf Richtung Champions-League-Gruppenphase wird Salzburg fast schon traditionell mit einem neuen Trainer unternehmen. Nach Kurt Jara, Giovanni Trapattoni (eine Saison mit Lothar Matthäus) und dem scheidenden Meistermacher Jacobus "Co" Adriaanse übernimmt nun Huub Stevens das Kommando. Der 55-Jährige, wie Vorgänger Adriaanse ein Niederländer, hat seine bisher größten Erfolge als Trainer mit Schalke 04 (u.a. UEFA-Cup-Sieger 1997) gefeiert.
Janko herausragend
Herausragender Spieler im Meisterkader war Marc Janko. Der 25-jährige Stürmer hält nach 34 Runden bereits bei 39 Treffern. Österreichs Fußballer des Jahres 2008 hat weiterhin die Chance, den Bundesliga-Allzeit-Rekord von Hans Krankl aus der Saison 1977/78 (41 Treffer) zu knacken und vielleicht sogar den Goldenen Schuh für den Top-Torschützen Europas zu erobern. In der Winterpause war lange über einen Wechsel Jankos in eine Top-Liga spekuliert worden, bis Janko mit einer vorzeitigen Vertragsverlängerung in Salzburg bis 2013 antwortete.
International nicht einmal Mittelmaß
International hecheln die Salzburger ihren Erwartungen noch weit hinterher, außerhalb Österreichs sind die Bullen noch nicht einmal Mittelmaß. Die sicher auch für die Marke Red Bull wertvolle PR-Plattform Champions League blieb bisher unerreicht. Jeweils in der dritten und letzten Qualifikations-Runde war man 2006 an Valencia und 2007 an Schachtjor Donezk gescheitert. Auch das Trostpflaster UEFA-Cup-Gruppenphase wurde bis dato stets verfehlt.
Späte Liebe zum Fußball
Seine Liebe zum Fußball hat Mateschitz erst spät entdeckt, offiziell wurde diese am 6. April 2005 mit dem Einstieg in Salzburg gemacht. Der Sport an sich spielte und spielt in der Marketingstrategie der "Bullen" immer eine der absoluten Hauptrollen. Egal ob bei Motocross-Events, Funsportarten, der Motorrad-Straßen-WM, dem Air Race, Eishockey oder Formel 1, das Red-Bull-Logo taucht in der Welt des Sports an allen möglichen und unmöglichen Orten auf.
Die Skepsis, ob der Schritt von Mateschitz in die Massensportart Fußball ein richtiger war, war lange groß. Und der Spruch "Aller Anfang ist schwer" traf auch in diesem Fall zu. Einerseits musste man in den ersten Wochen nach der Verkündigung des Einstiegs am Ende der Saison 2005/06 um den Klassenerhalt zittern, andererseits machten erzürnte Fans des Vorgängerclubs SV Austria Salzburg gegen den Verlust der Clubfarben Violett-Weiß hin zu den Red-Bull-Farben mobil.
Fußball als Event
Mittlerweile ist aber auch Red Bull Salzburg in vielen Kreisen der Kulturmetropole "in". Die Idee, Fußball zu einem Event für Groß und Klein, Mann und Frau, Arbeiter und Manager zu machen, findet in der schmucken EM-Arena in Wals-Siezenheim Zuspruch. Geht es nach dem Konzern, sollen dort bald auch große internationale Spiele über die Bühne gehen.
(apa/red)
