Montag, 18. Mai 2009

Formel 1-Gipfel endet ohne Entscheidung: Rennställe wollen Gegenvorschlag bringen

  • Streit um Budget-Obergrenze noch lange nicht gelöst
  • Kommenden Dienstag soll neue Anhörung stattfinden

Die Anhörung um die angebliche Verletzung des Veto-Rechts von Ferrari durch den Internationalen Automobilverband FIA soll am Dienstag und damit noch vor dem Großen Preis von Monaco am kommenden Wochenende stattfinden. Dies berichteten internationale Medien übereinstimmend. Der italienische Rennstall will versuchen, die umstrittenen neuen Regeln für die Formel-1-Saison 2010 so bei einem Pariser Gericht zu stoppen. Die Scuderia beruft sich auf eine Vereinbarung, derzufolge Ferrari bei Regelfragen ein Mitspracherecht hat.

"Es gibt eine vertragliche Vereinbarung zwischen der FIA und Ferrari - wenn diese Vereinbarung verletzt wird, müssen wir uns selbst schützen", zitierte die Londoner "Times" einen Sprecher der Scuderia. Toyotas Motorsportpräsident John Howett kann Ferraris Gang vors Gericht, der allerdings auch eine neue Dimension im wochenlangen und schon längst eskalierten Machtkampf zwischen den meisten revoltierenden Teams und dem Regelhüter FIA bedeutet, nachvollziehen: "Aus Sicht von Toyota verstehen wir ihre Position und unterstützen sie", meinte er laut "autosport.com" nach dem ergebnislosen Meeting zwischen den Teams und FIA-Präsident Max Mosley am Freitag in einem Hotel am Londoner Airport Heathrow.

Keine Lösung in Sicht
Bei dem mit Hochspannung erwarteten Treffen konnten sich die Parteien nicht auf einen Ausweg im Streit um die neuen Regeln für die nächste Saison einigen. Ferrari, Renault, Toyota und Dietrich Mateschitz als Besitzer von Red Bull und Toro Rosso sowie mehr oder weniger direkt auch BMW haben mit dem Ausstieg gedroht, sollten die Regeln nicht noch einmal geändert werden.

Hauptpunkt ist die Budgetobergrenze von umgerechnet rund 45 Millionen Euro und die damit verbundene bewusste Bevorzugung der Teams, die sich daran halten. Sie sollen technische und aerodynamische Vorteile erhalten, die rund zwei Sekunden pro Runde ausmachen sollen. Die protestierenden Teams wehren sich gegen die drohende Zwei-Klassen-Gesellschaft. Unstrittig ist aber auch unter ihnen, dass die Formel 1 weiter deutlich sparen muss, um eine sichere Zukunft zu gewährleisten.

Ferrari: "Formel 1 ist unser Leben"
Genauso will Ferrari trotz Drohung auch alles tun, um weiter in der Formel 1 an den Start zu gehen, die Italiener sind als einziges Team seit WM-Beginn 1950 dabei. "Wir können bezüglich des Vetos nicht ins Detail gehen. Aber für uns ist die Formel 1 alles, sie ist unser Leben", wurde Teamchef Stefano Domenicali von der "Daily Mail" zitiert.

Laut der "Times" soll FIA-Chef Mosley den Teams sieben Tage Zeit gegeben haben, um ihren Gegenvorschlag zu den Regeln auszuarbeiten. Die Teams sollen zwei Wochen erbeten haben. Allerdings läuft die Einschreibefrist bereits am 29. Mai ab. Am 12. Juni will die FIA die Teilnehmer für die Saison 2010 präsentieren. Mosley kündigte bereits an, dass die FIA bei einer Niederlage gegen Ferrari vor Gericht in Berufung gehen werde.

(apa/red)

18.5.2009 14:55
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