Mittwoch, 13. Mai 2009

Lauda findet zum Budgetstreit wie immer deutliche Worte: Nur Egozentriker in Teams

  • Formel-1-Legende stellt sich auf Seite Mosleys & FIA
  • Zu Vorgehen der Rennställe: "Ist völlig bescheuert"

Im Streit um die Budgetobergrenze in der Formel 1 hat sich der ehemalige Weltmeister Niki Lauda auf die Seite von FIA-Präsident Max Mosley gestellt. Der dreifache Champion kritisierte im Interview mit dem Magazin "Sport-Bild" vor allem Ferrari und die Teamvereinigung FOTA. "Die Budgetgrenze von 45 Millionen Euro ist das Vernünftigste, was ich je in meinem Leben gehört habe. Alle Teams haben darum gebeten. Und jetzt ist Ferrari plötzlich dagegen. Das ist völlig bescheuert", sagte der Österreicher.

Es sei ein Segen, dass Mosley und der Automobil-Weltverband FIA "brutal vorgehen und gnadenlos alles umsetzen". Die Sparmaßnahmen seien deshalb so vernünftig, "weil sich die 45 Millionen ja nur aufs Auto, also die reine Technik beziehen. Fahrergehälter und alle Marketingaktionen sind dagegen noch frei." Das heiße: "Die Teams haben am Ende immer noch ein Budget von 80 bis 100 Millionen."

Der FIA-Weltrat hatte für 2010 eine neue Budgetregelung getroffen. Diese sieht vor, dass Rennställe, die sich an eine Budgetobergrenze von umgerechnet rund 45 Millionen Euro halten, deutliche technische Vorteile erhalten. Neben mehr oder weniger direkten Rückzugs-Drohungen von Ferrari und BMW-Sauber hatten zuletzt Toyota und auch Red Bull klargestellt, dass man unter einem Reglement, das eine Zwei-Klassen-Gesellschaft in der Formel 1 bedeute, nicht antreten könne. Derzeit planen die Teams mit bis zu 250 Millionen Euro.

"Das ist der Wahnsinn!"
Die Formel 1 betreibe "Selbstzerstörung", meinte Lauda. "Das Problem ist, dass in den Teams nur Egozentriker sitzen, die sich nicht einig werden. Das ist der Wahnsinn!" Nach seiner Ansicht ist die Teamvereinigung FOTA kein ernstzunehmender Gegner für FIA-Chef Mosley. Die Organisation existiere wegen der Uneinigkeit über die Regeln und den Diffusor-Streit "eigentlich nur noch auf dem Papier". Lauda: "In der FOTA streiten sie mehr, als konstruktiv über die Zukunft nachzudenken. Damit tun die Herrschaften alles, damit die FIA jetzt alleine entscheidet, wie es mit der Formel 1 weitergeht."

Die Formel 1 sieht der 60-Jährige aber nicht in Gefahr. "Mosley geht den richtigen Weg, weil am Schluss ein guter Kompromiss herauskommen wird. Die Hersteller, einschließlich Ferrari, werden auf Mosleys Zug aufspringen müssen und sich einverstanden erklären", glaubt Lauda. Profiteure seien die Nicht-Werksteams wie Brawn GP, Red Bull und Williams: "Weil sie es gewohnt sind, aus weniger mehr zu machen."

(apa/red)

13.5.2009 10:19
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